Óscar Tobía, Gründer von Bodegas Tobía in Rioja, gestorben
Der aus San Asensio stammende Winzer gründete Bodegas Tobía 1994 und erzeugte nach Angaben des Weinguts 1996 mit Alma Tobía den ersten im Barrique vergorenen Rosé Spaniens.

Óscar Tobía, der Winzer, der 1994 das Weingut Bodegas Tobía in der Rioja gründete, ist gestorben. Das berichteten am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, das Nachrichtenportal NueveCuatroUno aus La Rioja und das Fachmagazin Excelencias Gourmet. Keines der beiden Medien nannte sein Alter oder die Todesursache.
Nach Angaben von NueveCuatroUno stammte Tobía aus San Asensio und hatte mehr als drei Jahrzehnte lang an dem Projekt gearbeitet, das seinen Nachnamen trug. Excelencias Gourmet bezeichnete ihn als eine der innovativsten Figuren des Rioja-Weins und schrieb, seine Weine seien in mehr als 30 Ländern erhältlich gewesen.
Laut der Website des Weinguts hatte Óscar Tobía Agraringenieurwesen studiert und einen Master in Weinbau und Önologie abgeschlossen, bevor er Bodegas Tobía 1994 auf dem Familienbesitz in San Asensio gründete. Die Familie Tobía blickt nach Angaben derselben Quelle auf vier Generationen von Weinbauern zurück.
Óscar Tobía und der im Barrique vergorene Rosé
In einem Interview, das NueveCuatroUno im September 2025 veröffentlichte, erzählte Tobía, zu seinen ersten Weinen aus dem Jahr 1994 habe ein im Barrique vergorener Weißwein gehört, der „viel von sich reden machte“. Zwei Jahre später brachte das Weingut den Alma Tobía 1996 heraus, den Bodegas Tobía als ersten in Spanien im Barrique vergorenen Rosé bezeichnet.
Wie Excelencias Gourmet berichtete, erhielt Tobía 2002 den Preis für Internationalisierung der Industrie- und Handelskammer von La Rioja. Seit 2010 arbeitet Bodegas Tobía nach Angaben des Weinguts in größeren Räumen in Cuzcurrita de Río Tirón in der Rioja Alta. Das Unternehmen begründet den Umzug mit fehlendem Platz und mit der Nachfrage auf seinen Exportmärkten.
Gereifte Weißweine und ein erster Gran Reserva
Tobía setzte sich öffentlich für lange gereifte weiße Rioja-Weine ein. „Rioja ist bei den großen weißen Reservas unschlagbar“, sagte er 2025 gegenüber NueveCuatroUno und fügte hinzu, der Kontrollrat der Herkunftsbezeichnung solle diese Kategorie stärker fördern. Im selben Interview erklärte er, das Sortiment enthalte seit 2019 keinen jungen Wein mehr, und Rotweine machten noch immer fast 70 Prozent der verkauften Menge des Weinguts aus.
Die jüngste Neuheit war nach Angaben dieses Interviews und von Excelencias Gourmet der erste weiße Gran Reserva des Hauses aus dem Jahrgang 2016, der nach acht Jahren Reife in Barrique und Flasche auf den Markt kam. „Dafür braucht es Zeit, die wichtigste Zutat“, sagte Tobía damals. AMUSE. hat zuletzt über weißen Rioja berichtet, etwa über den Preis für Marqués de Cáceres als besten Weißwein Spaniens, und über die früheste Weinlese seit Beginn der Aufzeichnungen in der Rioja.
Wie NueveCuatroUno meldete, fand die Aufbahrung am Sonntag, dem 18. Oktober, im Bestattungshaus Mémora-Pastrana in Logroño statt; am Montagnachmittag soll in San Asensio eine Totenmesse gefeiert werden, deren Uhrzeit noch nicht feststeht. Excelencias Gourmet wies darauf hin, dass sein Tod auf den von Benjamín Romeo folgt, dem Gründer von Bodega Contador, der im August gestorben war, und nannte Tobía, Óscar Tobía und Alma Tobía als die Marken, die er hinterlässt.


