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Chapel Down hebt Gewinnprognose dank Schaumwein an

Der Nettoumsatz stieg im ersten Halbjahr um 19 % auf 9,4 Millionen Pfund, die Marge wuchs. Das Weingut aus Kent schreibt noch Verluste, erwartet aber mehr Gewinn als prognostiziert und einen starken Jahrgang 2026.

Chapel Down Bar, Distillery and Restaurant building at King's Cross with curved grey metal facade and planters
Foto · Photo: Ewan-M · flickr · CC BY-SA 2.0

Chapel Down hat seine Gewinnprognose für 2026 angehoben, nachdem der Nettoumsatz in den sechs Monaten bis zum 30. Juni um 19 % auf 9,4 Millionen Pfund gestiegen ist, wie der Erzeuger englischer Schaumweine aus Kent am 23. September mit seinen Halbjahreszahlen mitteilte. Der Vorstand erwartet nun ein bereinigtes EBITDA für das Gesamtjahr „deutlich über den Markterwartungen“.

Die Bruttomarge stieg um 3,5 Prozentpunkte auf 49,6 %, das bereinigte EBITDA wuchs um 27 % auf 1,3 Millionen Pfund, berichtet The Grocer. Das Unternehmen schreibt weiter Verluste: Der Vorsteuerverlust sank um 20 % auf rund 550.000 Pfund, nach 687.000 Pfund ein Jahr zuvor. Laut The Grocer liegt das Jahres-EBITDA nach der neuen Prognose mindestens 10 % über dem Konsens, den das Unternehmen in seinem Juli-Update mit 3,7 Millionen Pfund bei 22,1 Millionen Nettoumsatz angab.

Vorstandschef James Pennefather sprach von „Wachstum in allen Kanälen, steigendem Marktanteil und anhaltender Dynamik“ bei den Schaumweinen nach traditioneller Methode, die im Juli bereits 74 % des Weinumsatzes ausmachten, nach 70 % ein Jahr zuvor. Er verwies auch auf Millennials, die Schaumwein zu ungezwungenen Anlässen wie Geburtstagen öffnen. Die Aktie stieg an dem Tag um 5,4 % auf 48,5 Pence, meldete die Agentur PA über LBC.

Englischer Schaumwein misst seinen Preis inzwischen am Champagner; der Vorsteuergewinn steht noch aus.

Chapel Down wächst im Ausland am stärksten

Die Aufschlüsselung im Juli-Update zeigt, woher das Geld kommt. Der Absatz über den Handel, vor allem Supermärkte, stieg um 18 % auf 4,4 Millionen Pfund; Chapel Down wuchs um 20 % in einer Kategorie englischer Schaumwein, die um 15 % zulegte. Restaurants und Bars brachten 18 % mehr, 1,5 Millionen Pfund, der Wein wird inzwischen in 2.750 Betrieben ausgeschenkt, mit neuen Listungen bei der Gordon Ramsay Group und Handpicked Hotels. Der Direktverkauf an Endkunden wuchs nur um 4 %.

Das Auslandsgeschäft ist mit 0,8 Millionen Pfund noch klein, legte aber um 66 % zu. Über die Partnerschaft mit Jackson Family Wines ist die Marke inzwischen in 31 US-Bundesstaaten und 250 Whole-Foods-Filialen erhältlich, insgesamt in 19 Märkten. Beim Preis blickt man direkt nach Frankreich: Nach Unternehmensangaben verkauft sich der Schaumwein mit einem Index von 92 gegenüber Champagner. Englischer Sekt findet auch neue Schaufenster: englischer Schaumwein fliegt jetzt mit Emirates.

Eine warme Lese 2026 in Kent

Bis zum 23. September war mehr als die Hälfte der Trauben des Jahrgangs 2026 gelesen, das Unternehmen rechnet nach einem Spätfrost im Mai und einem warmen, trockenen Sommer mit einem Jahrgang „von hoher Qualität“. „Die englische Region tritt in eine jahrzehntelange Phase guter Temperaturen für unsere Reben ein, die trotz sehr wenig Regen noch grün und in gutem Zustand waren“, sagte Pennefather.

Dieselbe Hitze verändert die Regeln auf der anderen Seite des Ärmelkanals, wo die Champagne die Alkoholgrenze für die Lese 2026 anheben musste. Die Nettoverschuldung von Chapel Down lag zur Jahresmitte bei 14 Millionen Pfund, bei einer auf 25 Millionen erweiterten Kreditlinie. Nach der Lese folgt ein Update; bis dahin beschreibt die Anhebung ein Unternehmen, das mehr verkauft und bessere Margen erzielt, im Halbjahr aber noch keinen Vorsteuergewinn gemacht hat.

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