Die Weinlese 2026 im Beaujolais sinkt auf 320.000 Hektoliter
Hagel am 16. Juli, Trockenheit und Hitze kosten die Region rund ein Zehntel der Menge, sagt der Branchenverband. Die Weine gelten als sehr gut, doch sie werden nicht für alle reichen.

Die Weinlese 2026 im Beaujolais bringt zwischen 320.000 und 330.000 Hektoliter und damit rund 10 % weniger als im Jahr 2025, wie Jean-Marc Lafont, der Vizepräsident von Inter Beaujolais, am 2. Oktober dem französischen Fachmedium Vitisphere sagte. Hagel, Trockenheit und Hitze haben die Menge gedrückt; die Nachfrage ist nicht mit ihr gesunken.
Die Lese begann am 13. August und war um den 10. September herum schon wieder beendet. Der Start lag damit sechs Tage früher als im Jahr 2025, als er auf den 19. August fiel, und mehr als drei Wochen früher als im Jahr 2024, als die Lese erst am 6. September begann, so berichtet es Vitisphere.
Das entscheidende Datum liegt noch davor. Am 16. Juli zog ein Hagelunwetter über rund 5.000 Hektar Rebfläche, sagte Lafont, und die Verluste reichten je nach Parzelle von 5 % bis 95 %. Die Schneise verlief durch das Gebiet der Beaujolais-Villages von Les Ardillats bis nach Saint-Étienne-des-Oullières, und die Crus Brouilly und Côte de Brouilly, die schon Ende Juni getroffen worden waren, traf es am härtesten. Eine frühere Zählung desselben Mediums vom 20. August hatte die von den Unwettern betroffene Fläche auf etwa 4.000 der 11.600 Hektar der Region beziffert.
Ein guter und ein kleiner Jahrgang: Das Beaujolais hat in diesem Herbst mehr Käufer als Wein.
Wo der Hagel fiel, halbierten sich die Erträge
Die regionale Zahl ist ein Durchschnitt, und Lafont, der selbst als Winzer die Domaine de Bel Air in Lantignié führt, sagte, dass sie große Unterschiede zwischen den Appellationen und den einzelnen Gütern verdecke. Auf Château de la Chaize in Odenas sagte der Direktor Boris Gruy Ende August dem Magazin Bourgogne Aujourd'hui, das Gut sei zweimal getroffen worden und werde nicht über 20 Hektoliter pro Hektar hinauskommen. Vinetur berichtete von rund 25 hl/ha in Moulin-à-Vent und in Chénas.
Weiter im Süden, wo mehr Regen gefallen war, holten biologisch arbeitende Winzer 35 bis 40 hl/ha vom Stock, wie das burgundische Magazin schrieb.
Bei der Qualität zeigt sich der Branchenverband sicher. „Wir haben sehr reine Aromen, die wirklich auf der Frucht geblieben sind“, sagte Lafont und beschrieb Weine mit guter Farbe, mit Rundheit und mit Balance, nachdem die Säure leicht korrigiert worden war.
Die Weinlese 2026 im Beaujolais trifft auf einen Markt, der mehr will
Das Problem ist eine Rechenaufgabe. Die Nachfrage bleibt fest, vor allem im Export, und die Menge reicht nach der Darstellung von Vitisphere nicht aus, um alle Abnehmer zu versorgen. Die Preise für die neuen Weine stehen deshalb unter Druck nach oben.
Auf dem Papier steht das Beaujolais besser da als seine Nachbarn. Agreste, der Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums, sah in seiner Schätzung zum 1. September das Anbaubecken Burgund-Beaujolais insgesamt 33 % unter dem Jahr 2025, und das innerhalb einer nationalen Ernte von rund 34 Millionen Hektolitern, der niedrigsten seit 1957. Das Burgund selbst verzeichnete seine früheste Weinlese seit fast 500 Jahren.
Der erste öffentliche Test folgt am 19. November, dem dritten Donnerstag des Monats, wenn der Beaujolais Nouveau in den Verkauf geht. Die endgültigen Mengen der Weinlese 2026 im Beaujolais stehen erst dann fest, wenn die Winzer in diesem Winter ihre Erntemeldungen abgegeben haben. Bis dahin hat die Region einen guten Jahrgang und zu wenig davon, und zwar in dieser Reihenfolge.


