England und Wales erlauben digitale ID für Alkohol
Zertifizierte Apps von Yoti, Luciditi und der Post Office dürfen nun den Pass an der Theke ersetzen, auch wenn Pubs sie nicht akzeptieren müssen.

Pubs, Bars und Geschäfte in England und Wales dürfen jetzt eine zertifizierte digitale ID statt eines Reisepasses oder Führerscheins akzeptieren, um Alkohol zu verkaufen, nachdem die Regierung die Änderung am 15. September genehmigt hat.
Die Licensing Act 2003 (Mandatory Licensing Conditions) (Amendment) Order 2026 erlaubt es Betrieben, als Altersnachweis eine App zu akzeptieren, die nach dem Digital Verification Services (DVS) Trust Framework der Regierung zertifiziert ist, statt eines physischen Dokuments. Das Department for Digital, Culture, Media and Sport und das Office for Digital Identities and Attributes haben die Regelung ausgearbeitet; das DVS-Register führt derzeit 46 zertifizierte Anbieter, darunter Yoti, Luciditi und EasyID der Post Office.
Die Annahme ist für beide Seiten freiwillig. „Unternehmen werden nicht verpflichtet sein, digitale Altersnachweise zu akzeptieren, sobald das Gesetz in Kraft tritt", erklärte die Regierung bei der Veröffentlichung des Entwurfs. „Sie können sich weiterhin auf physische Dokumente verlassen, wenn sie das möchten." Lizenzinhaber, die eine App akzeptieren wollen, müssen sich zunächst bei einem zertifizierten Orchestrierungsdienstleister anmelden, bevor sie diese an der Kasse oder am Tresen nutzen.
Ein Smartphone zählt jetzt als Ausweis an der Theke, wenn die Kneipe mitmacht.
So funktioniert die digitale Alterskontrolle
Eine zertifizierte App erzeugt einen zeitgestempelten Nachweis, dass der Inhaber älter als 18 ist, ohne dem Personal ein Geburtsdatum, eine Adresse oder ein Lichtbild zu übergeben, das verloren gehen könnte. Yoti gibt an, dass mehr als 15.000 Menschen die App ID Checker heruntergeladen haben, bevor das Gesetz in Kraft trat, und die Studentenrabatt-Plattform TOTUM hat ein digitales Altersnachweis-Produkt für Studentenkneipen und -verbindungen angekündigt.
Vorerst ein freiwilliges System
Die Regierung räumt offen ein, dass die Verbreitung Zeit braucht. Verantwortliche gaben zu, es werde „Unternehmen Zeit kosten, digitale Altersnachweise breit einzuführen und zu akzeptieren", und Pubs können weiterhin einfach nach einem Reisepass fragen, wenn sie das bevorzugen. Diese Vorsicht zählt in einer Branche, die bereits steigende Kosten trägt: Wales senkte die Gewerbesteuer für Pubs und Cafés in diesem Jahr um 30%, gerade weil die Margen im Gastgewerbe kaum Raum für neue Systeme lassen, zertifiziert oder nicht.
Vorerst beseitigt die Änderung ein rechtliches Hindernis, kein praktisches. Barpersonal wird noch eine Weile weiter mit bloßem Auge kontrollieren; verändert hat sich, dass erstmals auch ein Smartphone zählen kann.
Quellen
- Biometric Update · 2026-09-16
- UK Government (Enabling digital identity blog) · 2026-08-17
- The Drinks Business · 2026-07-01


