Importverbot für kanadischen Alkohol: USA sperren Bier und Whisky
Ab 29. September dürfen abgefülltes Bier, Wein, Cider und Spirituosen aus Kanada nicht mehr in die USA. Bulkware und bereits importierte Flaschen sind ausgenommen; bis dahin gilt ein Zoll von 50 Prozent.

Die USA stoppen ab dem 29. September, 0:01 Uhr Ostküstenzeit, die Einfuhr des Großteils von kanadischem Bier, Wein, Cider und Spirituosen: Das Importverbot für kanadischen Alkohol hat Präsident Donald Trump am 8. September unterzeichnet. Bis dahin wird ein Zoll von 50 Prozent fällig.
Weitere Proklamationen vom selben Tag sperren auch kanadische Milchprodukte und Motorräder aus. Alle stützen sich auf Section 338 des Tariff Act von 1930, der sich gegen die Diskriminierung des US-Handels richtet.
Was das Importverbot für kanadischen Alkohol umfasst
Für US-Bars geht es bei der kanadischen Frage jetzt um die Flaschen, die schon im Regal stehen.
Der Anhang listet abgefülltes Malzbier, Still- und Schaumwein, Wermut, Cider und Spirituosen von Whisky bis Gin und Likör. Maßgeblich ist die Zolltarifnummer, nicht die Marke; kanadischer Whisky fällt also unabhängig vom Etikett darunter. Eiswein wird nicht eigens genannt, Stillwein aus Trauben, seine Kategorie, dagegen schon.
Bulklieferungen zur Abfüllung oder zum Verschnitt in den USA fallen nicht unter das Verbot, zahlen aber weiter 50 Prozent Zoll, so die Kanzlei Troutman Pepper Locke. Ausgenommen sind auch Whisky und Likör in Behältern über vier Liter, berichtete die Agentur The Canadian Press. „Vierliterflaschen werden ohnehin kaum verkauft“, sagte ihr Cal Bricker von Spirits Canada.
Flaschen, die bereits im Land sind, bleiben im Verkauf; Sendungen, die vor dem 29. September eintreffen, aber noch nicht verzollt sind, zahlen den seit dem 22. August geltenden Zoll von 50 Prozent.
Für Bars geht es vor allem um Whisky. Crown Royal und Fireball, die Marken, die Shanken News Daily hervorhebt, kommen in den USA laut Impact Databank auf einen Einzelhandelswert von 2,4 Milliarden und 1,45 Milliarden Dollar. Kanadische Brennereien liefern mehr als die Hälfte ihrer Spirituosen in die USA, sagte Craig Johnston, Chefökonom von Farm Credit Canada, der Canadian Press. Wein fällt weniger ins Gewicht: Nur etwa 1 Prozent des Absatzes stammt von US-Kunden, so Norman Beal von Ontario Craft Wineries. Amerikanischer Whiskey, einschließlich des neuen Parker's-Heritage-Bourbons von Heaven Hill, bleibt unberührt.
Provinzregale und 50 Prozent Zoll
Washington wirft Kanada vor, den Verkauf von US-Alkohol zu beschränken, nicht aber den aus anderen Ländern; die Provinzen begannen im März 2025, US-Flaschen aus den Regalen zu nehmen. Der Zoll von 50 Prozent gilt seit dem 22. August, einen Tag nach dem Abbruch der Handelsgespräche. Die Proklamation verweist zudem auf die zusätzliche Abgabe von 50 Prozent, die Saskatchewan seit dem 8. September auf US-Alkohol erhebt.
Laut DISCUS, dem Verband der US-Spirituosenhersteller, sind die Spirituosenexporte der USA nach Kanada durch die Auslistung um mehr als 70 Prozent gefallen; Verbandschef Chris Swonger forderte eine Verhandlungslösung, bevor das Verbot greift. Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc nannte die Maßnahmen ungerechtfertigt; Ottawa prüft die Folgen.
Statistics Canada beziffert die Alkoholexporte in die USA für das Jahr bis März 2025 auf 1,4 Milliarden kanadische Dollar, laut The Globe and Mail rund 90 Prozent der gesamten Ausfuhren. Das Verbot greift eine Woche, nachdem Toronto am 22. September seine Michelin-Sterne für 2026 erhält. Bis zum 29. geht kanadischer Whisky noch über die Grenze, mit 50 Prozent Aufschlag.
Quellen
- The White House (proclamation) · 2026-09-08
- Shanken News Daily · 2026-09-09
- The Canadian Press via Canada's National Observer · 2026-09-10
- Troutman Pepper Locke · 2026-09-10


