Weindiebstahl bei Antinori: 30.000 Flaschen in Cortona entwendet
Italienische Medien beziffern den Wert auf rund 5 Millionen Euro. Carabinieri und Polizei ermitteln, Festnahmen sind nicht gemeldet, und die Quellen weichen bei der Tatnacht und den Flaschenpreisen ab.

Der Weindiebstahl bei Antinori, der in dieser Woche bekannt wurde, betrifft nach Angaben von ANSA, Il Post und Il Sole 24 Ore rund 30.000 Flaschen aus dem Lager des Unternehmens in Cortona in der toskanischen Provinz Arezzo. Die drei Medien beziffern den Wert auf etwa 5 Millionen Euro; Il Post und Il Sole 24 Ore ergänzen, dass es bislang keine Festnahmen gegeben hat.
Marchesi Antinori, das Weinunternehmen mit Sitz in Florenz, hat den Diebstahl angezeigt, schreibt Il Post. Die Beschäftigten bemerkten das Fehlen der Ware, als sie am Morgen des Montags, 5. Oktober, zur Arbeit zurückkehrten, so die vier ausgewerteten Berichte übereinstimmend. Bei der Nacht weichen die Berichte voneinander ab: Il Post und Il Sole 24 Ore nennen den Samstag, ANSA und Wanted in Rome nennen den Sonntag.
Die Schilderung des Hergangs stammt vom Corriere della Sera und von der Financial Times, so wie die genannten Medien sie wiedergeben. Dieser Schilderung zufolge schalteten mindestens sieben Personen die Alarmanlage ab und verluden den Wein auf zwei Lastwagen.
Dreißigtausend Flaschen, ein einziger Jahrgang und vier Tage nach der Entdeckung keine gemeldete Festnahme.
Was beim Weindiebstahl bei Antinori fehlt
Als Etiketten werden Solaia, Tignanello und Guado al Tasso genannt. Der Vorstandschef Renzo Cotarella sagte dem Corriere della Sera, alle Flaschen stammten aus dem Jahrgang 2023, berichtet Il Post. ANSA zählt etwa 10.000 Flaschen Solaia; Il Sole 24 Ore zitiert Cotarella, der für Solaia und Tignanello jeweils rund 10.000 bis 12.000 Flaschen nennt und hinzufügt, die Zahlen würden noch überprüft.
Auch die Preise unterscheiden sich je nach Quelle. ANSA nennt 120 bis 300 Euro je Flasche, Il Post und Il Sole 24 Ore nennen 150 bis knapp 500 Euro je Flasche. Tignanello und Solaia kommen aus dem Chianti-Classico-Gebiet südlich von Florenz, dessen Erzeuger ihre Weine im September auf der Expo Chianti Classico in Greve vorgestellt haben.
Was Unternehmen und Ermittler sagen
Carabinieri und Polizei ermitteln, berichtet Il Post, und bis zum 9. Oktober waren weder der Wein noch die Verantwortlichen gefunden worden. In keinem der vier Berichte kommt eine Ermittlungsbehörde selbst zu Wort.
Il Post zitiert Cotarella mit dem Satz „Zwei Lastwagen voller Ware können nicht im Nichts verschwinden“ und mit der Hoffnung, zumindest einen Teil der Flaschen zurückzubekommen, weil an den Straßen der Toskana viele Kameras stehen. Das Unternehmen nimmt Kontakt zu seinen Kunden auf und bittet sie, auf Angebote seiner Weine außerhalb der üblichen Vertriebswege zu achten.
Il Sole 24 Ore fügt hinzu, dass Antinori versichert ist, aber bezweifelt, wie Cotarella der Zeitung sagte, dass die Police einen Verlust dieser Größenordnung abdeckt.
Marchesi Antinori führt seine Ursprünge auf das Jahr 1385 zurück und erzielt nach Angaben von Il Post und Il Sole 24 Ore einen Umsatz von rund 263 Millionen Euro im Jahr. Beide Medien erinnern auch daran, dass Mitte September der Diebstahl von mehr als 3.000 Flaschen Barolo beim Weingut Conterno Fantino im Piemont angezeigt wurde; keiner der beiden Berichte zitiert Ermittler, die die beiden Fälle miteinander in Verbindung bringen. Der nächste Schritt im Fall Weindiebstahl bei Antinori liegt bei den Ermittlungen und bei der abschließenden Zählung des Unternehmens.
Quellen
- ANSA ·
- Il Post ·
- Il Sole 24 Ore ·
- Wanted in Rome ·


