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Arbeitsunfall in Scerni: junger Arbeiter stirbt in Kellerei

Ein Saisonarbeiter ist beim Reinigen von Weintanks in der Cantina sociale San Panfilo in den Abruzzen gestorben. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, die Ursache wird ermittelt.

Weintanks aus Edelstahl, Laufstege aus Metall und Schläuche in einem Weinkeller
Archivbild · Photo: Cjp24 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Ein junger Saisonarbeiter ist am frühen Morgen des 15. Oktober bei einem Arbeitsunfall in Scerni ums Leben gekommen, in der Cantina sociale San Panfilo, einer Genossenschaftskellerei in der Provinz Chieti in den Abruzzen, wie ANSA, Adnkronos und lokale Medien berichten.

Nach Angaben von Adnkronos ereignete sich der Unfall gegen 5.30 Uhr, als der Arbeiter die Tanks reinigte, in denen der Wein verarbeitet wird. ANSA und Adnkronos geben sein Alter mit 23 Jahren an, während Abruzzo Popolare ein jüngeres Alter nannte. ANSA beschrieb ihn als Studenten kurz vor dem Abschluss, der wahrscheinlich als Saisonkraft beschäftigt war.

Carabinieri, Feuerwehr und Rettungskräfte des Notrufs 118 waren nach Angaben von Adnkronos vor Ort; die Helfer hätten ihn nicht mehr retten können. Laut ANSA kam auch der Bürgermeister von Scerni, Daniele Carlucci, in die Kellerei.

Die Staatsanwaltschaft Vasto und eine Obduktion in Chieti sollen klären, was im Keller geschah.

Was die Ermittler zum Arbeitsunfall in Scerni sagen

Die Ursache ist noch nicht geklärt. Laut Adnkronos deuteten erste Informationen darauf hin, dass der Arbeiter stürzte und das Bewusstsein verlor; eine Vergiftung durch Kohlendioxiddämpfe gehört zu den Hypothesen, die geprüft werden. Abruzzo Popolare berichtete von einer anderen ersten Darstellung: Demnach reinigte er einen Tank von außen, verlor das Gleichgewicht und wurde von einem rotierenden Rührflügel getroffen. ANSA schrieb, er habe mit einer Maschine gearbeitet, und die Klärung des Hergangs dauere an.

Nach Angaben von Abruzzo Popolare führen Carabinieri der Kompanie Atessa die Ermittlungen, und die diensthabende Staatsanwältin hat eine Obduktion angeordnet, die in Chieti durchgeführt werden soll. Das Lokalmedium Chiaro Quotidiano meldete, die Staatsanwaltschaft Vasto habe ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Der Bürgermeister sprach laut ANSA von einer Tragödie, die die gesamte Gemeinde Scerni getroffen habe, und kündigte für den Tag der Beerdigung Gemeindetrauer an. Der Präsident der Provinz Chieti, Francesco Menna, erklärte nach Angaben derselben Agentur, der Schutz des Lebens und der Würde der Beschäftigten müsse absolute Priorität haben. Bis zur Veröffentlichung hatte AMUSE keine öffentliche Stellungnahme der Genossenschaft gefunden.

Todesfälle bei der Arbeit in Italien 2026

Nach Zahlen der Unfallversicherung INAIL, die der Verband der Arbeitsunfallopfer ANMIL anführte und ANSA am 11. Oktober veröffentlichte, stiegen die Meldungen tödlicher Arbeitsunfälle in Italien in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 um 2,9 Prozent. Die Zahl aller gemeldeten Arbeitsunfälle nahm im selben Zeitraum um 5,4 Prozent auf rund 404.800 zu. ANMIL zählte seit Januar 701 tödlich verunglückte Beschäftigte.

Der Fall reiht sich in eine breitere Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Lebensmittel- und Getränkebranche ein. Die Obduktion und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Vasto sollen klären, was sich im Keller der Genossenschaft ereignet hat.

Quellen

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