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Alkoholfreie Getränke sind keine Einstiegsdroge

Gateway? No Way von Club Soda bündelt eigene Umfragen und akademische Studien, um einen Vorwurf zu prüfen, den die Branche seit einem Jahrzehnt mit sich trägt.

Zwei Zitrus-Minz-Drinks von oben fotografiert auf einem weißen Lattentisch in der Sonne
Foto · Photo: Arina Krasnikova · Pexels · Pexels License

Alkoholfreie Getränke führen niemanden zum Trinken, heißt es in einem Report, den Club Soda in diesem Monat veröffentlicht hat, die britische Organisation hinter einem Führer und einem Verkostungsprogramm für alkoholfreie und alkoholarme Produkte. Der Verkehr laufe genau andersherum.

Der Report mit dem Titel Gateway? No Way bündelt eigene Umfragen und veröffentlichte akademische Studien, um die These zu prüfen, diese Produkte seien ein erster Schritt hin zu vollem Alkohol, gerade bei jungen Menschen. Belege dafür findet er nicht.

In der Umfrage von Club Soda hatten 94% der Befragten normales Bier getrunken, bevor sie je ein alkoholfreies probierten. Die Reihenfolge zählt: Kommt der Alkohol zuerst und die Null-Prozent-Variante später, wirkt das Produkt als Bremse und nicht als Auffahrt.

Die Reihenfolge der Gläser entscheidet die Debatte: erst der Alkohol, dann die Null.

Was der Report zu alkoholfreien Getränken fand

Der Text zitiert eine Arbeit von Groefsema und Kollegen zu niederländischen Studierenden, nach der jene, die nie alkoholfreie Produkte tranken, im Schnitt mehr Alkohol konsumierten als jene, die beides tranken. Die meisten Studierenden, die alkoholfrei tranken, sagten, die Produkte hätten ihnen beim Reduzieren geholfen.

Die Befragten von Club Soda beschreiben dasselbe Verhalten: freie Tage, das Abwechseln von alkoholischem und alkoholfreiem Glas im Lauf eines Abends oder schlicht mehr Auswahl an der Bar. Kaum jemand berichtete, mit der alkoholfreien Variante angefangen zu haben.

Wo die Zweifel bleiben

Die verbleibende Vorsicht betrifft nicht die Allgemeinbevölkerung. Klinisch Forschende haben Fragen dazu aufgeworfen, wie diese Produkte bei Menschen in Genesung oder mit erhöhtem Risiko wirken, wo Geschmack und Ritual als Reiz dienen können. Das ist eine andere Frage als die nach dem Einstieg, und der Report beantwortet sie nicht.

Auch die Regeln sind uneinheitlich. Ein Vergleich von acht Ländern, in diesem Jahr in Drug and Alcohol Review erschienen, ergab, dass sich die Definition von alkoholfrei an jeder Grenze ändert, je nach Markt von 0,0% bis 0,5% Vol., was Vergleiche erschwert.

Für Bars ist der praktische Punkt der Einkauf. Die Kategorie verlangt inzwischen eine eigene Karte statt einer Zeile unter den Softdrinks, und Betreiber haben nun ein Argument für alle, die sie dort belassen. Der Wein steuert unterdessen auf die kleinste französische Lese seit 1957 zu. Die Backbar wird von beiden Enden neu sortiert.

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