Henkell Freixenet kauft 60% des irischen Cassidy Wines
Die deutsch-spanische Schaumweingruppe übernimmt die Mehrheit am Importeur aus Dublin und setzt auf ein Jahrzehnt Wachstum bei irischem Schaumwein.

Henkell Freixenet Cassidy Wines sind nun faktisch ein Unternehmen: Die deutsch-spanische Gruppe hat 60% am 1977 gegründeten Importeur aus Dublin übernommen und setzt auf das Wachstum von irischem Schaumwein, um den Deal zu rechtfertigen.
Cassidy Wines baute sein Geschäft auf langjährigen Beziehungen statt auf Skalierung auf und bringt Weingüter wie Catena Zapata, Ricasoli, Louis Roederer und E. Guigal seit fast fünf Jahrzehnten in die irische Gastronomie und in unabhängige Läden. Das Unternehmen wird unter eigenem Namen aus seinem Zolllager in Citywest weiterarbeiten, finanzielle Details wurden nicht genannt, wie bei den meisten Deals dieser Größenordnung im Getränkehandel üblich.
Henkell Freixenet, die deutsch-spanische Schaumweingruppe, die entstand, nachdem Henkell die vollständige Kontrolle über Freixenet übernahm, erhält damit einen Vertriebsarm mit zwei Jahrzehnten an Beziehungen in einem zwar kleinen, aber spürbar wachsenden Markt, statt ihn selbst aufzubauen, eine Abkürzung, die im Weinhandel mehr zählt als in den meisten anderen Branchen.
Ein Vertriebsarm mit zwei Jahrzehnten an Beziehungen, nicht bei null aufgebaut.
Warum Irland, warum jetzt
Der irische Schaumweinmarkt wuchs im vergangenen Jahrzehnt mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von rund 6%, schneller als der größte Teil Westeuropas, und Henkell Freixenet will das direkt erschließen statt über einen externen Vertrieb. Die Gruppe erklärte, sie wolle Cassidys Portfolio mit ihrem internationalen Netzwerk gezielt erweitern, nannte aber keine Details dazu, welche zusätzlichen Marken konkret folgen sollen.
Der Kauf einer Mehrheitsbeteiligung statt des gesamten Unternehmens lässt Cassidys Gründern und Management ein direktes Interesse daran, wie schnell, oder wie behutsam, diese Expansion abläuft, ein Mitspracherecht, das nicht jeder übernommene Importeur behält.
Teil eines bewegteren Jahres für Konsolidierung im Weinhandel
Der Deal fällt in ein Jahr, das für die Weinbranche insgesamt bereits von strukturellen Bewegungen geprägt ist, von Südaustraliens staatlich gestütztem Rettungspaket für angeschlagene Erzeuger bis zu einer frühen, knappen Ernte in Napa und Sonoma. Für Cassidys Belegschaft und seine lange Lieferantenliste ist die unmittelbare Frage jedoch einfacher und praktischer: ob eine deutsch-spanische Konzernmutter etwas daran ändert, wie ein kleiner Importeur aus Dublin ans Telefon geht, wenn irgendwo ein Weingut anruft.
Quellen
- Harpers Wine & Spirit Trade News · 2026-09-01
- just-drinks · 2026-09-01


