Südaustraliens Weinbranche erhält 109 Millionen Dollar Hilfe
Winzer können bis zu 500.000 australische Dollar leihen, zwei Jahre lang tilgungsfrei, um unrentable Rebflächen aufzugeben – nach der kleinsten Lese seit 2000.

Südaustraliens Weinbranche erhält ein Hilfspaket über 109 Millionen australische Dollar, großteils als Kredite, mit denen Winzer verlustbringende Weinberge aufgeben und auf andere Kulturen umsteigen können. Das kündigte Premier Peter Malinauskas am 18. September im Barossa Valley an.
Kernstück ist ein Kreditprogramm über 100 Millionen. Größere Betriebe können bis zu 500.000 Dollar leihen, kleinere bis zu 250.000, in den ersten zwei Jahren ohne Tilgung und ohne Zinsen. Danach gilt ein Zinssatz von 7,2 Prozent, berichtet ABC News. Interessenbekundungen sind ab nächster Woche möglich.
Wohin das Geld für Südaustraliens Weinbranche fließt
Südaustralien leiht seinen Winzern Geld, damit sie keine Trauben mehr anbauen, die niemand kauft.
Neben den Krediten verlängern 5 Millionen das Global Wine Growth Program, die Exportoffensive des Bundesstaats, um zwei Jahre. Weitere 2 Millionen finanzieren regionale Sammel- und Lagerstellen für CCA-behandelte Rebpfähle, das chemisch imprägnierte Holz, das nach dem Roden übrig bleibt. Dazu kommen 1 Million über zwei Jahre für unabhängige Beratung zur Diversifizierung, 675.000 Dollar für eine Werbekampagne für Essen und Wein und 500.000 für eine Studie zum Umgang mit überschüssigem Wein. Ein noch nicht benannter Koordinator soll zwischen Winzern und Regierung vermitteln.
Malinauskas nannte den Wein zentral für die Wirtschaft des Bundesstaats und, „offen gesagt, für seine Identität“. Agrarministerin Clare Scriven erinnerte daran, dass Südaustralien mehr als 80 Prozent des australischen Premiumweins erzeugt.
Die Opposition zeigt sich weniger überzeugt. Nicola Centofanti, agrarpolitische Sprecherin der Liberalen, stellte die 7,2 Prozent infrage: Das wirke eher wie ein kommerzieller als wie ein vergünstigter Zinssatz.
Ein Traubenüberschuss, der die Lese schrumpfen ließ
Die Lese 2026 im Bundesstaat erreichte 573.252 Tonnen, 17 Prozent weniger als 2025 und so wenig wie seit 2000 nicht mehr, berichtet InDaily. Landesweit fiel die Ernte auf 1,27 Millionen Tonnen, ein 25-Jahres-Tief, und trotzdem sank der durchschnittliche Traubenpreis um 6 Prozent auf 570 Dollar pro Tonne, so AAP.
Am härtesten trifft es das Riverland, die bewässerte Heimat des Rotweins vom Fass. Zahlen der Genossenschaft CCW, die die ABC zitiert, zeigen, dass 72 Prozent der Weintraubenbetriebe dort in der letzten Saison Verluste schrieben. Manche Erzeuger roter Trauben bekamen 150 Dollar pro Tonne bei Produktionskosten von rund 300. Der Überschuss geht auf die jahrelange chinesische Blockade australischer Weine und den weltweit sinkenden Konsum zurück.
Europa bezahlt denselben Überschuss auf seine Weise: Portugal zahlt Douro-Winzern 12 Millionen Euro, damit Trauben am Stock bleiben. Südaustralien leiht lieber, als zu schenken. Die erste Probe für Südaustraliens Weinbranche kommt, wenn Winzer durchrechnen, ob eine neue Kultur einen Kredit zu 7,2 Prozent trägt.
Quellen
- ABC News · 2026-09-18
- InDaily · 2026-09-18
- AAP · 2026-09-18
- Winetitles (SAWIA) · 2026-09-18


