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ErzeugerRom

Italienisches Olivenöl: 40 Millionen Euro für Ölmühlen

Ein zinsloser Ismea-Wechsel soll Ölmühlen finanzieren, die italienische Oliven bezahlen – die Lager an italienischem Extra Vergine haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Frisch geerntete grüne und dunkle Oliven in einem Stahltrichter einer Ölmühle
Foto · Photo: Laura Stanley · Pexels · Pexels License

Ölmühlen, die italienisches Olivenöl pressen, erhalten 40 Millionen Euro an zinslosem Kredit, wie Agrarminister Francesco Lollobrigida am 18. September in Rom einer Delegation von Coldiretti mitteilte – wenige Wochen vor einer Ernte, die mit vollen Tanks beginnt.

Das Geld fließt als cambiale agraria von Ismea, ein Agrarwechsel mit fünf Jahren Laufzeit ohne Zinsen. Nach Angaben von Coldiretti soll es an Mühlen gehen, die italienische Oliven ankaufen und bezahlen, und helfen, das noch eingelagerte Öl abzusetzen. Öffentliches Geld dürfe keine Rettungsleine für jene werden, die Spekulation, Dreiecksgeschäfte und undurchsichtige Praktiken befeuert hätten, so der Bauernverband.

Lollobrigida nannte den Mühlenwechsel „eine konkrete und unmittelbare Antwort“ auf die Bedürfnisse der Branche. David Granieri, Vizepräsident von Coldiretti und Präsident des Olivenbauernverbands Unaprol, sprach von drei Antworten „von grundlegender Bedeutung“ in einer Phase tiefgreifender Umstrukturierung.

Italiens Olivenölproblem in diesem Herbst ist kein Mangel, sondern ein Überschuss mit dem falschen Pass.

Warum italienisches Olivenöl im Lager bleibt

Die Zahlen erklären die Eile. Laut Registerdaten der Betrugsbekämpfungsbehörde ICQRF lagen am 31. Juli 233.377 Tonnen Öl in italienischen Lagern, davon 108.299 Tonnen Extra Vergine italienischer Herkunft, nach rund 45.200 Tonnen ein Jahr zuvor. Ismea meldete für Juli einen durchschnittlichen Erzeugerpreis für Extra Vergine von 5,12 Euro je Kilo, 46,7 % weniger als im Juli 2025.

Ausländisches Öl ist noch billiger. In der ersten Septemberwoche notierte Ismea importiertes Extra Vergine auf dem italienischen Markt bei 3,74 Euro je Kilo, während die Erzeugerpreise in Spanien bei 3,67 Euro, in Griechenland bei 3,88 und in Tunesien bei 3,63 lagen. Die Rechnung von Coldiretti fasst das Problem zusammen: Italien produziert rund 234 Millionen Liter im Jahr, verbraucht 461 Millionen, exportiert 318 Millionen und importiert 545 Millionen.

Kontrollen, Etiketten und ein 300-Millionen-Plan

Der Minister bestätigte zudem eine außerordentliche Kontrollrunde in Lagern, genossenschaftlichen und industriellen Mühlen, in der Verarbeitung und im Lebensmittelhandel, der laut Coldiretti 80 % der Ware abnimmt. Im Visier stehen desodorierte Öle, Öle mit zugesetztem Chlorophyll und Mischungen, die als italienisch verkauft werden. Die Agentur AGI berichtete, dass auch die im SIAN, dem nationalen Agrarinformationssystem, gemeldeten Erträge geprüft werden.

Außerdem ging es um klarere Herkunftsangaben im Regal und um ColtivaItalia, ein Programm über 300 Millionen Euro für den italienischen Olivenanbau, mit Analysen per Magnetresonanz sowie genomischer und isotopischer Kartierung, die eine gemeinsame Datenbank speisen.

Für Küchen passt das Bild zu dem, was hinter dem niedrigen Olivenölpreis vor der neuen Ernte steckt: billiges Öl beim Erzeuger, wenig davon im Regal spürbar. Ob 40 Millionen daran etwas ändern, hängt davon ab, wer sie bekommt – und die Kampagne 2026/27 steht wenige Wochen vor den Mühlen.

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