Gewinn von JD Wetherspoon sinkt um 28% trotz 2,2-Mrd-Umsatz
Vorstandschef Tim Martin macht 86 Millionen Pfund Mehrkosten bei Löhnen, Reparaturen und Gewerbesteuern für den Rückgang verantwortlich, obwohl die vergleichbaren Umsätze im Sommer weiter wuchsen.

Der Gewinn vor Steuern von JD Wetherspoon sank im Geschäftsjahr bis zum 26. Juli um 28 Prozent auf 58,6 Millionen Pfund, obwohl der Umsatz um 5,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund stieg – Vorstandschef Tim Martin machte dafür Mehrkosten von 86 Millionen Pfund bei Löhnen, Reparaturen und Gewerbesteuern verantwortlich.
Der operative Gewinn fiel auf 120,2 Millionen Pfund von 146,4 Millionen. Die eigene Aufschlüsselung der Pubkette beziffert die Mehrkosten auf 46 Millionen Pfund bei Löhnen, 31 Millionen bei Reparaturen und 9 Millionen bei den Business Rates – mehr, als der Umsatzzuwachs durch höhere Besucherzahlen und Menüpreise ausgleichen konnte.
Martin wiederholt die Steuerklage
Pubs und Restaurants zahlen rund 40 Prozent ihrer Einnahmen in Form verschiedenster Steuern.
"Pubs und Restaurants zahlen rund 40 Prozent ihrer Einnahmen in Form verschiedenster Steuern", sagte Martin in der Ergebnismitteilung und nannte die Mehrwertsteuer als größten Unterschied zwischen Pubs und Supermärkten, die auf die meisten Lebensmittel keine Mehrwertsteuer zahlen.
Wetherspoon betreibt knapp 800 Pubs. Im Geschäftsjahr eröffnete die Kette 8 eigene Standorte und schloss 15, im laufenden Jahr sollen 15 bis 20 weitere hinzukommen, aufgeteilt auf eigene und Franchise-Standorte.
Die vergleichbaren Umsätze wuchsen im letzten Quartal um rund 4 Prozent, ein Tempo, das sich laut Unternehmen im neuen Geschäftsjahr fortgesetzt hat – allerdings nicht genug, um das Ausmaß der Kostensteigerungen auszugleichen.
Schulden bleiben unter der Prognose
Die Nettoverschuldung lag bei rund 720 Millionen Pfund und damit unter der im April genannten Spanne von 740 bis 760 Millionen – die Zahl, die das Unternehmen als beruhigendsten Teil der Ergebnisse darstellte. Wetherspoon nutzt diesen Wert seit Jahren als Signal, dass die Expansion nicht über steigende Verschuldung finanziert wird.
Die Zahlen erscheinen in derselben Woche wie die schwächeren Ergebnisse von Dishoom, dessen Gewinn vor Steuern trotz Rekordumsatz ebenfalls sank, und nach monatelangen Warnungen von Betreibern wie Stonegate vor der kombinierten Last aus Löhnen, Steuern und Energiekosten für britische Pubs.
Wie Investoren Wetherspoon künftig bewerten, hängt davon ab, ob sich das vergleichbare Wachstum des laufenden Jahres halten lässt, sobald die Vergleichsbasis im neuen Jahr schwieriger wird.
Quellen
- The Caterer ·
- AJ Bell ·


