Kaffeepreise fallen unter 3.400 Dollar je Tonne
Der Erzeugerpreis für vietnamesischen Robusta sank am 19. September auf durchschnittlich 93.700 VND/kg, während auch Kaffee-Futures in London und New York wegen nachlassender Angebotssorgen nachgaben.

Die Kaffeepreise fielen am 19. September 2026 an mehreren Märkten: Robusta in London rutschte unter 3.400 Dollar je Tonne, und der Erzeugerpreis in Vietnam sank auf durchschnittlich 93.700 VND/kg.
Erzeugerpreise sinken in ganz Vietnam
Robusta-Käufer in Vietnam zahlten am 19. September zwischen 93.000 und 93.800 VND/kg, eine Spanne, die 600 VND/kg unter dem Vortag lag, wie Handelsdaten von Vietnam.vn zeigen. Dak Nong verzeichnete mit 93.800 VND/kg den höchsten Preis des Tages. Dak Lak und Gia Lai lagen je bei 93.600 VND/kg, und Lam Dong, die niedrigste der vier Referenzprovinzen, schloss bei 93.000 VND/kg.
Ein schwächerer Robusta-Markt trifft auf eine Ernte, die noch gar nicht begonnen hat.
Die Rückgänge setzten sich an den Börsen fort und drückten die Kaffeepreise an beiden Referenzmärkten. In London schloss der Robusta-Kontrakt für November 2026 bei 3.391 Dollar je Tonne, ein Minus von 39 Dollar bzw. 1,14 Prozent, und rutschte damit unter die 3.400-Dollar-Schwelle, die er in den vergangenen Sitzungen gehalten hatte, laut Futures-Daten von Barchart. In New York gab der Arabica-Kontrakt für Dezember 2026 an der ICE um 5,05 Cent auf 276,50 Cent je Pfund nach, ein Minus von 1,79 Prozent, nach einer Handelsspanne zwischen 274,60 und 280,70 Cent je Pfund.
Was die Kaffeepreise nach unten drückt
Händler verweisen auf günstigere Produktionsaussichten in einigen Anbauregionen und auf steigende brasilianische Exporte, die die Sorge vor Angebotsknappheit gelindert haben, berichtet Vietnam.vn. Auch die zertifizierten Arabica-Bestände an der Börse erholen sich von früheren Tiefständen, was den Eindruck verstärkt, dass das kurzfristige Angebot weniger knapp ist als noch vor wenigen Monaten.
Auch Vietnams eigene Robusta-Ernte fließt in diese Rechnung ein. Die Saison 2026/27 rückt näher, die Pflücksaison läuft von Oktober bis Februar, und das erwartete neue Angebot belastet Erzeugerpreise und Futures-Kurven bereits vor Saisonbeginn, so Vietnam.vn.
Der Rückgang trifft die Branche an einem fragilen Punkt. Die Kaffeepreise sind große Teile des Jahres 2026 gefallen, während die Einzelhandelspreise hoch blieben — eine Lücke, die StoneX als einen Markt beschreibt, „der zwischen einem Futures-Markt, der Überfluss einpreist, und einem Einzelhandel, der noch mit dem Erbe der Knappheit kämpft, gespalten ist“.
Für Cafés und Röstereien, die 2025 großenteils höhere Preise für Rohkaffee auffangen mussten, eröffnet ein schwächerer Futures-Markt Spielraum, Lieferverträge neu zu verhandeln — auch wenn StoneX betont, dass Einzelhandelspreise Monate statt Tage brauchen, um den Futures zu folgen. Brasiliens Exportsprung im August deutete bereits an, woher ein Teil dieser Entlastung dürfte kommen.
Ab Oktober treffen die ersten Erntedaten aus Vietnam ein — der nächste Test, ob das neue Angebot die Kaffeepreise weiter von der 3.400-Dollar-Marke wegdrückt oder sie dort stabilisiert. Die Preise auf der Cafékarte richten sich vorerst noch nach dem Jahr, in dem Kaffee teuer wurde.
Quellen
- Vietnam.vn · 2026-09-19
- Barchart · 2026-09-19
- StoneX Insights · 2026-06-12


