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Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie: Druck auf Burnham

Von Tom Kerridge bis Heston Blumenthal, von Wagamama bis Wetherspoon: Über 800 Betriebe wollen den Satz auf 10% halbieren. Das Schatzamt verlangt eine Gegenfinanzierung.

Belebte Theke eines Londoner Pubs mit Zapfhähnen, Flaschen und britischer Flagge
Foto · Photo: Phil Hearing · Unsplash · Unsplash License

Eine Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie ist jetzt die formelle Forderung von mehr als 800 britischen Betrieben, die in einem offenen Brief Premierminister Andy Burnham auffordern, den Satz auf Essen und Trinken außer Haus von 20% auf 10% zu senken.

Der Brief, am 14. September unter dem Motto #VATsTheProblem veröffentlicht, beruft sich auf Burnhams eigene Worte. Im Februar, damals noch Bürgermeister von Greater Manchester, sagte er, er werde sich für einen Satz einsetzen, der näher an den in Europa üblichen liegt. Die Unterzeichner wollen wissen, wann aus dem Einsatz Politik wird.

Die Liste liest sich wie eine Landkarte der britischen Gastronomie. Die Köche Tom Kerridge, Angela Hartnett, Clare Smyth, Heston Blumenthal, Jason Atherton, Nathan Outlaw, Paul Ainsworth und Andi Oliver unterschreiben neben Wagamama, Wahaca, Pizza Express, Franco Manca, Greene King, Fuller's, JD Wetherspoon und Marriott International. Laut The Caterer stammt der Großteil der Unterschriften von kleinen und mittleren Betrieben.

Für 10% Mehrwertsteuer unterschreibt man schnell; gestritten wird darüber, wer die andere Hälfte zahlt.

Was die Kampagne zur Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie will

Eine Zahl: 10%, von der Kampagne als europäischer Durchschnitt präsentiert. #VATsTheProblem startete im Juni unter Führung von Kerridge und wird von UKHospitality, der British Beer and Pub Association und dem British Institute of Innkeeping unterstützt. Die Petition zählte beim Versand des Briefes 372.096 Unterschriften, berichtete Morning Advertiser.

Kerridges Argument betrifft die Lohnliste, nicht den Teller. Die Mehrwertsteuer auf ein Produkt lasse sich zurückholen, sagte er, die auf einen Menschen nicht. Deshalb treffe der Satz von 20% personalintensive Küchen härter als den Handel. Der Brief warnt, dass sich ohne Gegenmaßnahmen die Schließungen weiter beschleunigen und weiter Arbeitsplätze verloren gehen. Die Fluktuation steht bereits in den Zahlen: 1.839 Betriebe im britischen Gastgewerbe schlossen zwischen März und Juni.

Die Antwort des Schatzamts: Wer bezahlt

Die Regierung hat auf den Brief noch nicht geantwortet. Ihre jüngste Position kam im August von James Murray, Financial Secretary im britischen Schatzamt. Eine große Mehrwertsteuersenkung koste „viel Geld“, sagte er, und alles, was angekündigt werde, müsse vollständig gegenfinanziert sein. Dem Haushalt wollte er nicht vorgreifen. Burnhams erstes Zugeständnis an die Branche ging in eine andere Richtung: Im Juli kündigte er für Pubs, Clubs und Musikspielstätten ab April 2027 eine um 20% niedrigere Gewerbegrundsteuer an.

Der Druck verlagert sich auch zur Seite. Am selben Tag forderte UKHospitality-Chef Allen Simpson die Bürgermeister, die künftig Abgaben auf Übernachtungen erheben dürfen, auf, vor deren Einführung 10% Mehrwertsteuer zu unterstützen und jede Abgabe bei 5% zu deckeln. Nach seiner Rechnung käme eine Familie aus Bootle bei einer Übernachtung in Manchester auf eine Steuerlast von rund 27%, gegenüber 14,5% für dieselbe Reise nach Berlin.

„Wir brauchen kein weiteres Versprechen. Wir brauchen Taten“, sagte Kerridge. Die Antwort des Schatzamts ist bislang eine Frage nach der Rechnung. Die eigentliche Antwort kommt mit dem Herbsthaushalt.

Quellen

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