Makrelensaison in Norwegen verliert Tempo nach Quotenkürzung
Die wöchentlichen Anlandungen fallen von 23.000 auf 4.082 Tonnen, weil die Quote stark gekürzt ist, und britische Supermärkte ersetzen Atlantische Makrele in Dosen durch Stöcker aus Chile.

Die Makrelensaison in Norwegen verliert Tempo: Die pelagische Flotte landete laut The Fishing Daily im Bericht für Woche 37 nur 4.082 Tonnen an, nach 23.000 Tonnen eine Woche zuvor.
Die 4.082 Tonnen stammen von 32 Schiffen: 16 norwegischen, 14 färöischen, einem isländischen und einem aus Nordirland. Fisch aus dem Europäischen Nordmeer wog im Schnitt 510 Gramm, Fisch aus der Nordsee 363 Gramm. Die Küstenflotte steuerte 150 Tonnen kleinerer Fische zwischen 200 und 350 Gramm bei.
Eine Woche zuvor sah es anders aus. Allein der beste Tag der Woche 36 brachte 9.200 Tonnen, bei Makrelen aus dem Nordmeer mit durchschnittlich 522 Gramm.
Atlantische Makrele wird zum knappen Fisch, und die Dose im Regal zeigt es bereits.
Die Makrelensaison in Norwegen bei halbierter Fangmenge
Die Flaute fällt in ein Jahr mit deutlich weniger Fisch zum Verteilen. Im Dezember 2025 einigten sich Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Färöer und Island auf eine zulässige Gesamtfangmenge von 299.010 Tonnen für 2026, 48 Prozent weniger als 2025, wovon Norwegen 26,40 Prozent erhält. Die Wissenschaftler des ICES hatten eine Kürzung um 77 Prozent empfohlen. Norwegens Fischereiministerin Marianne Sivertsen Næss sagte, Ziel bleibe ein Abkommen, das auch die EU und Grönland einschließt.
Anfang September hatte die norwegische Flotte laut dem Bericht für Woche 36 rund 31.000 Tonnen einer Quote von gut 77.000 Tonnen gefangen, rund 46.000 Tonnen blieben übrig. Am 8. September erhöhte die Fischereidirektion die Unterquoteneinheit für Ringwadenfänger auf Makrele in britischen Gewässern auf eine Tonne und warnte, dass die Fischerei dort kurzfristig gestoppt werden kann.
Die Handelszahlen zeigen die Lücke bereits. Der Exportwert von Makrele sank im August um 49 Prozent, die Menge um 60 Prozent, im selben Monat, in dem die norwegischen Lachsexporte einen Augustrekord erzielten.
Hering füllt die Laderäume, Stöcker die Dosen
Der Hering trägt die Anlandungen. Nordseehering kam auf 4.329 Tonnen von 20 Schiffen, davon 3.539 Tonnen für den menschlichen Verzehr, und 11 Schiffe landeten 2.752 Tonnen norwegischen Frühjahrsherings zwischen Hitra und Frøya an, alles für den Teller. Es ist ein durchwachsener Herbst, ähnlich wie die Nordsee im September, wo manche Arten zulegen und andere unter Druck geraten.
Weiter unten in der Kette stellen Tesco, Sainsbury's, Lidl, Waitrose und der Lieferant Princes Makrele in Dosen von Atlantischer Makrele auf Chilenischen Stöcker um, einen Fisch aus einer anderen Familie, der im Großhandel etwa ein Drittel kostet und rund halb so viel Omega-3 enthält, berichtete The Fishing Daily. Laut ICES ist der atlantische Bestand in zehn Jahren um drei Viertel geschrumpft.
Die Küstenstaaten verhandeln in diesem Herbst über die Fangmenge für 2027. Bis dahin ist Atlantische Makrele ein Herbstfisch, bei dem sich ein Blick aufs Etikett lohnt.
Quellen
- The Fishing Daily – Norwegian Pelagic Fishing Report, Week 37 of 2026 · 2026-09-14
- The Fishing Daily – Norwegian Pelagic Fishing Report, Week 36 of 2026 · 2026-09-07
- The Fishing Daily – UK supermarkets replace tinned mackerel with alternative species · 2026-09-14
- We Are Aquaculture – Norway, UK, Iceland and Faroe Islands agree a 48% reduction in mackerel quota · 2025-12-19


