Pernod Ricard Geschäftsjahr 2026: Umsatz sinkt fast 4%
Der organische Umsatz des Spirituosenkonzerns sank im Geschäftsjahr 2026 weltweit um fast 4% und in den USA um rund 14%, erklärte Konzernchef Alexandre Ricard, der auf Fertigcocktails als Wachstumsfeld setzt.

Der Umsatz von Pernod Ricard sank im Geschäftsjahr 2026 organisch um fast 4% weltweit, mit einem Rückgang von rund 14% in den USA, wie Konzernchef Alexandre Ricard mitteilte, während der Konzern auf Fertigcocktails (RTD) als Wachstumsfeld setzt.
Der Konzern mit Sitz in Paris, dessen Geschäftsjahr von Juli bis Juni läuft, schloss die zwölf Monate bis zum 30. Juni 2026 mit einem ausgewiesenen Umsatz von 9,404 Milliarden Euro ab, ein Rückgang von 14,2% inklusive Wechselkurs- und Portfolioeffekten. Bereinigt um diese Effekte sank der organische Umsatz um 3,9%, teilte der Konzern in seiner Mitteilung vom 27. August mit.
Pernod Ricard Geschäftsjahr 2026 nach Region
RTDs sind eine Priorität für uns. Sie ergänzen unser Portfolio sehr gut.
Die Region Amerika verzeichnete einen organischen Rückgang von 10%, vor allem getrieben von den USA, wo der organische Umsatz um 14% fiel. Europa gab organisch um 3% nach, während Asien-Rest der Welt stabil blieb, wobei die schwache Nachfrage in China die Region belastete trotz Zuwächsen andernorts.
„Unser Geschäftsjahr 2026 war von einem wechselhaften Umfeld geprägt, mit anhaltender Schwäche in den USA", sagte Alexandre Ricard gegenüber Analysten bei der Ergebnispräsentation. Er fügte hinzu, der Konzern rechne vor dem Geschäftsjahr 2029 nicht mit einer Rückkehr zum Wachstum in den USA.
Das laufende operative Ergebnis sank auf 2,423 Milliarden Euro, ein Minus von 17,9% ausgewiesen und 5,2% organisch. Der Konzerngewinn belief sich auf 1,203 Milliarden Euro, ein Rückgang von 26%, während der freie Cashflow um 6% auf 1,197 Milliarden Euro stieg, gestützt durch eine bessere Cash-Konversion.
Fertigcocktails als Gegengewicht
Pernod Ricard nennt RTDs eine der wenigen Wachstumskategorien, mit einem organischen Umsatzplus von 12% in Kanada, Australien und Westeuropa. „RTDs sind eine Priorität für uns. Sie ergänzen unser Portfolio sehr gut", sagte Ricard und fügte hinzu, der Konzern wolle in die Kategorie und in kleinere Gebindegrößen investieren, während die Volumina bei klassischen Spirituosen nachließen.
Die Zahlen beschließen ein Geschäftsjahr, das von schwacher Nachfrage in China und einem Lagerabbau in den USA geprägt war, Belastungen, die auch Wettbewerber wie Diageo und Rémy Cointreau trafen. Die Handelsspannungen in Nordamerika, sichtbar am kanadischen Importverbot für US-Alkohol vom Sommer, und die Unruhe im Vertrieb, wo Southern Glazer's 12,5 Mio. Dollar wegen Bestechung zahlte, machen das Umfeld für die Branche nicht leichter. Pernod Ricard schlägt dennoch eine Dividende von 4,70 Euro je Aktie vor, stabil gegenüber dem Geschäftsjahr 2025, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre.
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet der Konzern mit einem organisch weitgehend stabilen Umsatz und peilt nun das untere Ende seiner historischen Wachstumsspanne von 3% bis 6% pro Jahr bis 2029 an — eine Korrektur, die Analysten als Eingeständnis werten, dass sich die Erholung in den USA länger hinzieht als angenommen.
Quellen
- Pernod Ricard · 2026-08-27
- Investing.com — earnings call transcript · 2026-08-27
- Vino Joy News · 2026-08-31


