CHEF:IN Awards starten in Hamburg mit sieben Kategorien
Deutschlands erste reine Frauen-Auszeichnung für Spitzengastronomie hält heute Abend im Foodlab Hamburg ihre Premierenshow ab und kürt die Gewinnerinnen 2026 in sieben Kategorien.

Die ersten CHEF:IN Awards zeichnen heute Abend Frauen in sieben Kategorien der deutschen Spitzengastronomie aus, mit einer Zeremonie im Foodlab Hamburg, die die Gewinnerinnen 2026 aus der bereits im September vorgestellten Shortlist kürt.
Die Türen öffnen um 17.30 Uhr zum Aperitif, die Award-Show beginnt um 18 Uhr unter der Moderation von Muschda Sherzada. Bereits um 13.30 Uhr bringt ein Panel mit dem Titel „Sichtbarkeit von Frauen in der Spitzengastronomie" Nominierte, Jury und Gäste zusammen, bevor die Trophäen vergeben werden.
Die sieben Shortlists stammen aus der breiteren CHEF:IN Watch List, die im Januar 2025 mit 18 Namen startete und inzwischen 72 Frauen aus fünf Bereichen umfasst: Küche, Patisserie, Service, Sommellerie und Bar. Allein die Küchenliste zählt 27 Namen; eine 23-köpfige Jury aus Restaurantkritikerinnen und Branchenexpertinnen unter Vorsitz der Foodjournalistin Anja Wasserbäch wählte die Kategorie-Nominierten anhand von Restaurantbesuchen und Empfehlungen aus der Branche aus, nicht über offene Bewerbungen.
Sieben Kategorien, eine Hamburger Bühne – und dahinter eine Vier-Prozent-Lücke.
Sieben Kategorien auf der CHEF:IN-Bühne
Chef of the Year, präsentiert von Transgourmet Cook, listet sechs Namen: Alina Meissner-Bebrout, Julia A. Leitner, Nathalie Leblond, Rosina Ostler, Sarah Hallmann und Viktoria Fuchs. Leitner führt die Küche des Coda in Berlin, Ostler die des Alois in München — beides Adressen mit Michelin-Stern.
Die übrigen sechs Kategorien umfassen Patissière, Gastgeberin, Sommelière, Barfrau, Unternehmerin und International Chef of the Year, Letztere mit Ana Roš, die mit ihrem Restaurant Hiša Franko in Slowenien 2017 von The World's 50 Best Restaurants zur besten Köchin der Welt gekürt wurde. Der britische Craft Guild Graduate Award kürte seine Gewinner in derselben Woche — ein Hinweis darauf, dass Auszeichnungen für Küchentalent längst nicht mehr nur in Hamburg entstehen.
Gründerin Denise Snieguolė Wachter versteht den Abend als Korrektur, nicht als Feier: Diese Frauen, so ihr Argument, führen die Küchen, Keller und Servicebereiche bereits — ihnen fehlte bislang nur eine Bühne, die um sie herum gebaut ist statt um einen einzelnen Namen.
Warum es die Awards jetzt braucht
Ausgangspunkt ist eine Lücke: Nur rund 4% von Deutschlands besternten Köchinnen und Köchen sind Frauen — eine Zahl, die CHEF:IN als Gründungsgrund nennt, statt darauf zu warten, dass Guides sie von selbst schließen. Die Nominierungen hatte CHEF:IN bereits Anfang September bekanntgegeben, mit derselben Begründung, lange bevor eine Gewinnerin feststand.
Zu den Partnern der ersten Ausgabe zählen Transgourmet Cook, Pommery, AKI Caviar, Rosenthal und Zwiesel Fortessa sowie der Verlag HarperCollins; Köchin Cornelia Poletto fungiert als Botschafterin der Awards.
Die Gewinnerinnen aller sieben Kategorien werden im Laufe des heutigen Abends bekanntgegeben. CHEF:IN betont, dass die Watch List hinter den Trophäen auf Dauer angelegt ist — dies ist die erste Ausgabe, kein einmaliges Signal.
Quellen
- Gourmet Report · 2026-08-05
- AHGZ · 2026-07-23
- Restaurant Ranking · 2026-09-08


