Southern Glazer's zahlt 12,5 Mio. Dollar wegen Bestechung
Das US-Justizministerium: Mitarbeiter verteilten acht Jahre lang Bargeld, Geschenkkarten und Luxusreisen an kalifornische Händler, bevor diese Einigung folgte.

Southern Glazer's Wine & Spirits zahlt 12,5 Millionen Dollar, um eine Bundesermittlung wegen Bestechung beizulegen, teilte das US-Justizministerium (DOJ) am 11. September mit.
Laut DOJ verteilten Mitarbeiter des kalifornischen Geschäfts des Vertriebshändlers zwischen 2016 und 2024 Bargeld, Geschenkkarten, Flüge, Golfreisen, Resortaufenthalte und andere Luxusgüter an Angestellte von Einzelhandelsketten. Die Ermittler erklärten, die Zahlungen hätten bessere Regalplatzierungen und andere geschäftliche Vorteile für die Marken von Southern Glazer's sichern sollen.
Das Unternehmen habe zudem gefälschte Rechnungen erstellt, um die Zahlungen zu verschleiern, so das DOJ. Im Rahmen der Einigung wird Southern Glazer's nicht strafrechtlich verfolgt, und die Alkohol- und Tabaksteuerbehörde TTB erklärte, sie werde keine weiteren Schritte gegen den Vertriebshändler unternehmen.
Ein Jahrzehnt unerklärter Gefälligkeiten endet mit zwei Jahren Pflichtprüfungen.
Zwei Jahre schärfere Compliance
Southern Glazer's verpflichtete sich, die internen Kontrollen zu verschärfen, die Compliance-Abteilung auszubauen und proaktive Prüfverfahren einzuführen – Auflagen, die laut DOJ zwei Jahre ab dem Datum der Einigung gelten.
Konzernchef Wayne Chaplin sagte, das Unternehmen sei „erleichtert, die Ermittlung abzuschließen“, und bekräftigte die Zusage, „sich das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern durch ethisches Geschäftsgebaren zu verdienen“.
Das DOJ erklärte, die Höhe der Strafe spiegele die mehrjährige Dauer der Zahlungen und die gefälschten Unterlagen wider, mit denen sie verschleiert wurden, und schrieb das Aufdecken der Vorgänge den Compliance-Prüfungen der TTB zu.
Vertriebshändler stärker im Visier
Der Fall fällt in eine Phase wachsender Aufmerksamkeit dafür, wie die größten US-Wein- und Spirituosenvertriebe im dreistufigen System, das den Alkoholverkauf in den meisten Bundesstaaten regelt, mit Händlern umgehen. Ähnliche Absprachen zur Regalplatzierung zogen in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden einzelner Bundesstaaten auf sich, wenn auch nur wenige Fälle zu einer Bundeseinigung dieser Größenordnung führten.
Die genauere Prüfung erfolgt, während auch Hersteller mit einem härteren Markt kämpfen: Der Umsatzrückgang von Pernod Ricard im Geschäftsjahr 2026 zeigt, wie viel Druck auf der gesamten Getränkekette lastet, Flaschen aus den Regalen zu bekommen.
Für Händler zeigen die vom DOJ beschriebenen Praktiken einen wiederkehrenden Reibungspunkt der Branche: Vertriebshändler konkurrieren hart um auffällige Platzierung, und die Grenze zwischen Marketingunterstützung und unzulässiger Beeinflussung ist nicht immer eindeutig.
Die Einigung beendet die bundesweite Überprüfung der kalifornischen Einzelhandelspraktiken von Southern Glazer's. Die Compliance-Zusagen bleiben bis 2028 in Kraft.
Quellen
- US Department of Justice · 2026-09-11
- VinePair · 2026-09-11
- Shanken News Daily · 2026-09-11


