Weingut Pircher aus Eglisau neu bei den 150 besten Winzern
Gianmarco Ofner, der das Gut 2022 von seinem Götti Urs Pircher übernahm, steht neu auf der GaultMillau-Liste 2027 – zusammen mit Nachbar Mathias Bechtel.

Das Weingut Pircher am Eglisauer Stadtberg über dem Rhein gehört neu zu den 150 besten Winzerinnen und Winzern der Schweiz: GaultMillau hat Gianmarco Ofner in seine Liste aufgenommen. Der Guide veröffentlichte am 11. Oktober die Auswahl 2027 für die Deutschschweiz und markierte den Betrieb als Neueintrag.
Stephan Thomas, der den Text für GaultMillau geschrieben hat, vergleicht die steilen Hänge, die zum Rhein hin abfallen, mit der Mosel oder dem Mittelrhein. Ofner kenne die unterschiedlichen Böden und Lagen seiner Parzellen genau und bringe sie ohne Umschweife auf die Flasche, schreibt er. Das Gut trägt weiterhin den Namen von Ofners Götti Urs Pircher, dessen Nachfolge er 2022 angetreten hat, wie der Guide und das Regionalportal Züriunterland24 berichten.
Damit stehen gleich zwei Namen aus Eglisau auf der Liste. Mathias Bechtel, der schon in früheren Jahren dabei war, führt laut Guide ein sechs Hektar grosses Gut mit modernem Keller; an der Spitze seines Sortiments stehen die Bechtus-Lagenweine aus Chardonnay und Pinot. Die Unterland-Ausgabe des Tages-Anzeigers meldete die Aufnahme am 12. Oktober.
In Eglisau ist aus der Nachfolge eines Göttis ein Platz auf der nationalen Bestenliste geworden.
Was Gianmarco Ofner am Weingut Pircher verändert hat
Im Interview mit Züriunterland24, erschienen am 13. Oktober, erzählte Ofner, er habe am Sonntagmorgen nach dem Frühstück mit der Familie von der Aufnahme erfahren. Bewahren wollte er die Struktur als Familienbetrieb, das Team und die aufwendige, intensive Rebarbeit; im Keller wollte er kein grosses Gebastel, sondern weiterhin eine geradlinige, präzise Stilistik und trockene Weine.
Die Änderungen, die er aufzählt, sind konkret: die Zertifizierung nach Bio Suisse, ein erster Pinot-Noir-Einzellagenwein aus der Sonnenhalde, ein noch trockenerer Schaumwein und ein knackigerer Riesling. Pinot Noir ist die Hauptsorte des Hauses; die GaultMillau-Rookie-Mitteilung von 2023 nannte zudem Riesling, Räuschling und Pinot Gris. Sein schwierigster Moment sei ein heftiger Hagel im ersten Jahr gewesen, sagte er, der viel zerstört habe, als die Ernte bereits in Sichtweite war.
Dürfte er nur ein einziges Glas einschenken, wählte er den Pinot Noir Sélection Stadtberg 2022, die Lagenselektion aus den besten Parzellen und von den ältesten Rebstöcken. Teurer würden die Weine wegen der Auszeichnung nicht, versicherte er.
Eine breitere Liste von GaultMillau Schweiz
Der Deutschschweizer Teil der Liste 2027 umfasst 40 Winzerinnen und Winzer. Der zweite Neueintrag ist die Familie Davaz in Fläsch in Graubünden, deren Flaggschiff der Pinot Noir Uris ist; Tobias Wegelin, ein Newcomer aus Malans, der ausschliesslich Pinot Noir keltert, wird als Kandidat für künftige Ausgaben hervorgehoben.
Die Weinliste folgt auf den Restaurantführer, der am 5. Oktober vorgestellt wurde, als Dominik Hartmann als erster vegetarischer Koch zum GaultMillau-Koch des Jahres gekürt wurde. Für Ofner ist es die zweite Auszeichnung des Guides innerhalb von drei Jahren: Im September 2023 hatte GaultMillau ihn zu einem seiner fünf Rookies ernannt.


