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Merano WineFestival gründet ein Wein-Observatorium für 2027

Die 35. Ausgabe beginnt am 6. November im Kurhaus mit 810 Ausstellern. Der Gründer will, dass die Messe künftig auch misst, wie Wein erzeugt, verkauft und getrunken wird.

Das Kurhaus Meran mit Kuppel an der Passerpromenade, dahinter schneebedeckte Gipfel
Archivbild · Photo: Rolf Kranz · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Das Merano WineFestival eröffnet seine 35. Ausgabe am 6. November im Kurhaus in Meran und erhält ab 2027 ein ständiges Observatorium zur Zukunft des Weins, wie Gründer Helmuth Köcher am 7. Oktober in Rom ankündigte.

Das Programm wurde nicht in Südtirol vorgestellt, sondern in einem Saal des italienischen Senats, auf Einladung von dessen Vizepräsidenten Gian Marco Centinaio. Das Merano WineFestival dauert fünf Tage, bis zum 10. November, und wird von Gourmet's International organisiert. Köcher, der auch das Auswahllabel The WineHunter führt, hat die Veranstaltung im Jahr 1992 gegründet.

Die Veranstalter zählen 810 ausstellende Betriebe und mehr als 2.600 Produkte, die Sie dort verkosten können. Über 350 davon sind italienische Weingüter, und mehr als 100 Erzeuger kommen aus zwölf weiteren Ländern.

Eine Verkostungsmesse will nun messen, wer in zwanzig Jahren noch Wein trinkt.

Was das Merano WineFestival in diesem Jahr kostet

Die Woche ist in drei Teile gegliedert. Der Freitag, 6. November, gehört den biologischen, biodynamischen und naturbelassenen Weinen; von Samstag bis Montag findet die Hauptverkostung statt; am Dienstag, 10. November, bilden Champagner und andere Schaumweine den Abschluss. Eine Tageskarte, die Sie bis zum 19. Oktober kaufen, kostet laut der Preisliste des Festivals 64 Euro für den Eröffnungstag, 134 Euro für den Samstag und 124 Euro für den Sonntag oder den Montag. Ab dem 20. Oktober werden Tageskarten um 10 Euro teurer. Ein Dreitagespass für die Hauptverkostung kostet 314 Euro.

Auch der hauseigene Preis des Festivals hat in diesem Jahr seinen Maßstab verändert. Zum ersten Mal vergaben die Jurys 100 von 100 Punkten, und zwar an vier Weine: den Perlé 2002 von Ferrari, den Rarity 2013 der Kellerei Terlan, die Vernaccia di Oristano Riserva 1998 von Contini und den Vin Santo Occhio di Pernice 2012 von Avignonesi. Die Wertungen fallen in dieselbe Saison wie die Tre Bicchieri 2027 für Venetien des Gambero Rosso.

Ein Observatorium mit einer Frage, noch ohne Methode

Das Merano Wine Observatory soll im Jahr 2027 seine Arbeit als ganzjährig aktive Plattform aufnehmen. Nach Angaben der Veranstalter bringt es Erzeuger, Fachleute, Händler und Institutionen zusammen, um Daten zu sammeln, Erfahrungen zu vergleichen und Trends frühzeitig zu erkennen. Köcher formulierte den Auftrag als Frage: Wie wird Wein in fünf, 10 oder 20 Jahren erzeugt, verkauft, konsumiert und wahrgenommen?

Bei der Vorstellung wurden weder Mitglieder noch ein Budget, weder Kennzahlen noch ein Zeitplan für Veröffentlichungen genannt.

Der weltweite Weinkonsum sank im Jahr 2025 um 2,7 % auf 208 Millionen Hektoliter, den niedrigsten Stand seit 1957, wie aus Zahlen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein hervorgeht, über die Reuters berichtete. Auch das Angebot schrumpft: Frankreichs Weinlese 2026 ist die kleinste seit Jahrzehnten.

Eine Messe, die Karten für die Verkostung von 2.600 Produkten verkauft, hat ein unmittelbares Interesse daran zu wissen, wer diese künftig noch trinkt. Das Merano WineFestival räumt in diesem Jahr bereits Fläche für Getränke mit wenig oder gar keinem Alkohol ein.

Die erste Bewährungsprobe folgt im Jahr 2027: ob das Observatorium dann Zahlen veröffentlicht oder nur Podien besetzt.

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