Norwegens Fischexport stagniert trotz Rekordmenge beim Lachs
Norwegen verschiffte im September 165.393 Tonnen Lachs, mehr als in jedem Monat zuvor. Eine stärkere Krone und 67 % weniger Makrele hielten die Summe dennoch bei 17,8 Milliarden Kronen.

Norwegens Fischexport erreichte im September einen Wert von 17,8 Milliarden Norwegischen Kronen (NOK) und lag damit 27 Millionen Kronen unter dem Vorjahresmonat, obwohl das Land mehr Lachs verschiffte als in jedem anderen Monat seiner Geschichte. Das teilte der Norwegian Seafood Council am 5. Oktober mit.
Getragen wurde die Zahl vom Lachs. Norwegen führte 165.393 Tonnen aus, 22 % mehr als im September 2025, und erlöste damit 13 Milliarden Kronen, ein Plus von 15 % oder 1,7 Milliarden Kronen. Der bisherige Monatsrekord beim Wert, aufgestellt im Oktober 2025, wurde um 659 Millionen Kronen übertroffen. Auf Zuchtfisch entfielen nach Angaben von World Fishing 77 % von allem, was Norwegen in diesem Monat ins Ausland verkaufte.
Der Zuwachs ging an anderer Stelle wieder verloren, sodass Norwegens Fischexport insgesamt nicht vorankam. Der Vorstandschef des Rates, Christian Chramer, führte die unveränderte Gesamtsumme auf eine stärkere norwegische Krone sowie auf geringere Mengen bei Forelle und bei mehreren wild gefangenen Arten zurück. Der Analyst des Rates, Paul T. Aandahl, erklärte den Lachsrekord mit den günstigen biologischen Bedingungen im gesamten Jahr 2026: hohe Überlebensraten, schnelles Wachstum und ein großes Angebot an großen Fischen.
Mehr Lachs als je zuvor, weniger von fast allem anderen und eine Krone, die den Gewinn wieder nimmt.
Wo Norwegens Fischexport wächst und wo er schrumpft
Polen blieb der größte Abnehmer von Lachs und kaufte 32.296 Tonnen, 30 % mehr als im Vorjahr. Nach China gingen 11.420 Tonnen, ein Plus von 43 %, im Wert von mehr als 1 Milliarde Kronen. Spanien überschritt zum ersten Mal in einem einzelnen Monat die Marke von 10.000 Tonnen und kam auf 10.078 Tonnen.
Die Vereinigten Staaten entwickelten sich in die andere Richtung. Chramer sagte, der September sei der elfte Monat in Folge mit sinkenden Mengen in das Land gewesen, das für Norwegen der größte Markt für Lachsfilets ist, und viele norwegische Fischunternehmen stünden vor schwierigen Zeiten. Die gesamten Verkäufe von Fisch und Meeresfrüchten in die USA gingen um 4 % auf 1,2 Milliarden Kronen zurück.
Am stärksten verlor die Makrele. Die Exportmenge brach um 67 % auf 17.286 Tonnen ein, der Wert sank um 59 % auf 925 Millionen Kronen, weil sich die Kürzung der Makrelenquote in der laufenden Saison bemerkbar macht. Aandahl zufolge war Anfang Oktober noch ein Viertel der Quote der norwegischen Flotte nicht gefangen.
Stockfisch erreicht den Rekord von 483 Kronen je Kilo
Für die Küchen steckt das deutlichste Signal im getrockneten Fisch. Stockfisch aus Kabeljau erreichte im September den Rekordpreis von 483 Kronen je Kilo. Norwegen exportierte zwar nur 181 Tonnen Stockfisch, doch der Wert stieg um 86 % auf 69 Millionen Kronen; Italien, der wichtigste Markt, nahm 82 Tonnen ab.
Tom-Jørgen Gangsø, der Gesandte des Rates in Italien, sagte, der Markt dort schrumpfe allmählich, weil das knappe Angebot und die höheren Preise dazu führten, dass Stockfisch teilweise ersetzt werde. Das Produkt drohe in der Gastronomie und im Einzelhandel zu einem Nischenartikel zu werden. Beim Klippfisch zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Mengen nach Brasilien und in die Karibik sind in diesem Jahr bislang die niedrigsten seit 1996.
Nach neun Monaten steht Norwegens Fischexport bei 133,2 Milliarden Kronen und damit 2 % über dem Wert von 2025. Das dritte Quartal legte mit 48,8 Milliarden Kronen um 7 % zu, gestützt von einem Rekord-August für norwegischen Lachs. Die Rechnung für den Rest des Jahres ist einfach: mehr Lachs als je zuvor, weniger von fast allem anderen und eine Währung, die wieder nimmt, was der Preis bringt.


