Sazerac bietet 5,55 Euro je Berentzen-Aktie
Der US-Konzern hinter Buffalo Trace legt ein freiwilliges Angebot für den Haselünner Spirituosenhersteller vor. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen es.

Sazerac hat ein freiwilliges Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Berentzen-Gruppe vorgelegt, dem deutschen Spirituosenkonzern hinter Puschkin-Wodka, zu 5,55 Euro je Stück. Das Angebot erschien am 21. September und beendet eine Woche der Spekulation an der Frankfurter Börse.
Vorstand und Aufsichtsrat von Berentzen empfehlen es. Der Preis entspricht einer Prämie von rund 68% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate, gemessen vor dem 16. September, als die Gerüchte den Kurs in Bewegung brachten.
Was das Berentzen-Übernahmeangebot auf den Tisch legt
Eine Prämie von 68% sagt mehr über den Kurs als über deutschen Korn.
Das Angebot sieht eine Mindestannahmeschwelle von 50% plus einer Aktie vor. Sazerac rechnet mit einem Abschluss bereits im vierten Quartal 2026, vorbehaltlich der üblichen Freigaben. Gelingt das, will der Käufer Berentzen von der Frankfurter Börse nehmen.
Berentzen brennt seit 1758 in Haselünne im Emsland. Das Sortiment reicht von den Fruchtspirituosen mit dem Familiennamen über Puschkin-Wodka bis zum Rum Tres Países, dazu kommt ein alkoholfreier Zweig mit Frischsaftsystemen und Mineralwasser. Dieses zweite Geschäft passte nie recht zum ersten und stand bei jeder Strategiedebatte der vergangenen Jahre auf dem Prüfstand, ohne dass der Konzern es je abgestoßen hätte.
Ein schrumpfendes Spirituosengeschäft
Die Zahlen erklären den Appetit. Der Konzernumsatz fiel 2025 um 10,4% auf 162,9 Millionen Euro. Das erste Halbjahr 2026 lief prozentual schlechter: 11,1% weniger, 71 Millionen Euro, in einem europäischen Spirituosenmarkt, der seit drei Jahren Volumen verliert und in dem der Discount vor allem die mittleren Preislagen drückt.
Für Sazerac geht es um Regalfläche. Die Gruppe aus New Orleans besitzt Buffalo Trace, Fireball und BuzzBallz und kauft sich nach Europa hinein, statt dorthin zu exportieren: In diesem Jahr schloss sie den Kauf von Au Vodka für 405 Millionen Dollar in Wales ab. Berentzen bringt deutsche Distribution, eine Abfüllanlage und eine Marke, die der Handel längst gelistet hat.
Wachstum bringt es nicht. Eine Prämie von 68% ist nur gegenüber einem Kurs groß, der fast zwei Jahre gefallen ist, und das Angebot wird daran gemessen, ob Sazerac in Deutschland die Mengen bewegt, die Berentzen selbst nicht bewegte. Die Annahmefrist läuft bis in den Herbst.
Quellen
- The Spirits Business · 2026-09-21
- Just Drinks · 2026-09-21
- Reuters · 2026-09-21


