Bojangles KI im Drive-in: Hi Auto bleibt für Jahre Partner
Die Hähnchenkette meldet eine Erfolgsquote von 98 Prozent bei mehr als einer Million Bestellungen pro Woche, ergänzt warteschlangenabhängige Zusatzangebote und plant bis Mitte 2027 weitere 100 Restaurants.

Die Bojangles KI für den Drive-in bleibt noch mehrere Jahre bei Hi Auto: Die in Charlotte gegründete Hähnchenkette und der Anbieter von Sprachbestellsystemen haben am 22. Oktober eine mehrjährige Verlängerung ihrer Zusammenarbeit rund um Bo-Linda angekündigt. Der automatische Bestellannehmer läuft bereits in fast 500 Restaurants, weitere 100 sind bis Mitte 2027 geplant.
Bojangles begann im Juli 2024, Bo-Linda in größerem Umfang einzuführen, und hat das System seither von 100 auf fast 500 Standorte ausgeweitet, wie aus der über Business Wire verbreiteten Mitteilung hervorgeht. Die Kette betreibt mehr als 890 eigene und von Franchisenehmern geführte Restaurants in 24 Bundesstaaten. Nation's Restaurant News beschreibt die Verlängerung als Schritt hin zum gesamten Filialnetz; die Unternehmen selbst nennen kein Datum für die letzten Standorte.
Was die Bojangles KI dem Betreiber bringt
Bo-Linda wird nie müde und bietet immer etwas mehr an; die einzige menschliche Stimme an der Spur ersetzt sie nicht.
Nach Angaben der Unternehmen verarbeitet die Bojangles KI inzwischen mehr als eine Million Bestellungen pro Woche mit einer „Erfolgsquote von 98 Prozent oder mehr“, eine Zahl, die Bojangles selbst liefert. Es ist nicht dieselbe Kennzahl wie zuvor: Im März berichtete QSR Pro von einer Genauigkeit über 96 Prozent und einer Abschlussquote von rund 93 Prozent in fast 500 Filialen. Keine dieser Zahlen wurde von einer unabhängigen Stelle geprüft.
Bei der neuen Funktion geht es um Umsatz in der Stoßzeit. Ein dynamisches Upselling misst die Länge der Warteschlange und schlägt, wenn sie wächst, Produkte vor, die sich schneller zubereiten lassen. Das ergänzt die bestehende Empfehlungslogik, die sich bereits nach Tageszeit, Wetter und Lagerbestand richtet. Eine neue XPI-Anbindung an die Kassenplattform Genius von Global Payments soll Verzögerungen verringern, und zu jeder Bestellung gehört ein Foto des Autos, damit das Personal die Bestellungen nicht verwechselt, wenn zwei Fahrspuren zusammenlaufen.
Richard Del Valle, Chief Information Officer und Stabschef von Bojangles, nannte das System „ein seltenes Werkzeug, das das Erlebnis von Gast und Mitarbeiter gleichzeitig verbessert“.
Wo Sprachbestellungen anderswo ins Stocken gerieten
Nicht jede Kette ist dabeigeblieben. McDonald's schaltete seinen Sprachbestelltest mit IBM in rund 100 Restaurants spätestens am 26. Juli 2024 ab, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press, und beendete damit einen Versuch, der 2021 begonnen hatte. Laut NRN hat Taco Bell die Einführung im vergangenen Jahr verlangsamt, nachdem eine fehlerhafte Bestellung im Netz viral gegangen war, und Burger King bremst seinen eigenen Test, weil ein Teil der Kundschaft ihn nicht mag.
Auch die Gäste sind noch nicht vollständig überzeugt. Von NRN zitierte Daten des Marktforschers Technomic zeigen, dass 23 Prozent der Verbraucher einen KI-Bot im Drive-in ansprechend finden und 46 Prozent ihn ablehnen, während 46 Prozent gern bei einem Mitarbeiter im Restaurant bestellen. Hi Auto zufolge läuft das System in mehr als 1.000 Filialen, darunter bei Checkers & Rally's, Lee's Famous Recipe Chicken und Popeyes in Großbritannien. Hotels testen dieselbe Idee am Telefon: Die Sprach-KI von Aiello übernimmt inzwischen Buchungen für Hotelrestaurants.
Für den Betreiber ist die Rechnung einfach: eine Stimme, die nie müde wird, das schnelle Produkt anbietet, wenn sich die Schlange staut, und eine Arbeitskraft für das Ausgabefenster freimacht. Was an der Bestellsäule verschwindet, ist der einzige menschliche Austausch bei einem Besuch im Drive-in. Die Bojangles KI setzt auf das Erste; die nächsten 100 Standorte, die bis Mitte 2027 folgen sollen, werden zeigen, ob die Gäste das Zweite vermissen.


