Britischer Mindestlohn steigt über 13 Pfund
Das britische Gastgewerbe warnt vor neuem Kostendruck durch eine Erhöhung des Mindestlohns um fast 4% ab April 2027, kurz vor dem Haushalt am Mittwoch.

Die Erhöhung des britischen Mindestlohns bringt den Mindestlohn für Erwachsene ab April 2027 erstmals über 13 Pfund pro Stunde, und das Gastgewerbe warnt vor neuem Druck auf ohnehin knappe Margen.
Schatzkanzler John Healey dürfte die Erhöhung im Haushalt am Mittwoch bestätigen, berichtet Restaurant. Branchenschätzungen beziffern den Anstieg auf knapp unter 4%, UKHospitality nennt 3,9%, gegenüber einer Inflation von 3,5% im Jahresvergleich bis September.
Wem die Erhöhung des britischen Mindestlohns helfen soll
Eine Lohnuntergrenze für die am schlechtesten Bezahlten trifft zugleich jene Betriebe am härtesten, die am meisten von ihnen beschäftigen.
Rund 330.000 Stellen im Gastgewerbe liegen laut Branchenschätzungen auf oder nahe dem Mindestlohn, was den Sektor stärker als die meisten anderen trifft. Labour hatte zuvor versprochen, die Erhöhungen für jüngere Arbeitnehmer zu beschleunigen, um Altersunterschiede beim Mindestlohn abzuschaffen, doch Berichten zufolge wird Healey die Erhöhungen für Jugendlöhne diesmal abschwächen.
UKHospitality-Geschäftsführer Allen Simpson erklärte, ein Anstieg um 3,9% würde Unternehmen, die bereits mit hohen Kosten kämpfen, zusätzlich belasten, und nannte ihn „eine erhebliche zusätzliche Last, die viele Unternehmen kaum werden tragen können". Er forderte die Regierung auf, die Steuerlast der Branche zu senken und die Erhöhungen der Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge rückgängig zu machen, die seiner Ansicht nach Einstiegsjobs unbezahlbar gemacht hätten.
Verbände warnen vor weniger Neueinstellungen
CBI-Chefökonomin Louise Hellem sagte, steigende Arbeitskosten hätten Unternehmen bereits vorsichtiger bei Einstellungen gemacht und ihre Investitionsfähigkeit verringert, mit einer „deutlichen Auswirkung" auf Einstiegspositionen.
Alex Hall-Chen, leitende Politikberaterin beim Institute of Directors, sprach von einer „Krise der Beschäftigungskosten": Unternehmen würden noch den Anstieg der Arbeitgeberbeiträge aus dem Vorjahr verarbeiten, zusätzlich zu höheren Löhnen. Manche Arbeitgeber reagierten mit weniger Neueinstellungen und setzten stattdessen stärker auf Automatisierung und Outsourcing, vor allem in Küchen und an der Theke, wo Lohnkosten den größten Anteil der Betriebskosten ausmachen.
Keine der Zahlen ist verbindlich, bevor Healey am Mittwoch spricht. Für eine Branche, die 2026 an anderer Stelle bereits sinkende Löhne im Gastgewerbe verzeichnet, wäre die Erhöhung des britischen Mindestlohns über 13 Pfund die Stunde eine weitere Zahl zum Verarbeiten, nicht zum Verhandeln, und Betriebe dürften erst nach dem Mittwoch wissen, wie stark der Effekt tatsächlich ausfällt.


