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Großbritannien verschärft Trinkgeldgesetz mit Mitspracherecht

Das neue Trinkgeldgesetz verpflichtet Arbeitgeber, Beschäftigte vor Änderungen anzuhören, mit Überprüfung alle drei Jahre und bis zu £5,000 Entschädigung.

Eine Hand steckt gerollte Geldscheine in ein gläsernes Trinkgeld-Glas
Foto · Photo: Kaboompics.com · Pexels · Pexels license

Seit dem 1. Oktober 2026 dürfen britische Arbeitgeber ihre Trinkgeldregelung nicht mehr ändern, ohne zuvor die Beschäftigten anzuhören. Das neue Trinkgeldgesetz in Großbritannien fügt bereits seit 2024 geltenden Regeln eine Konsultationspflicht hinzu.

Die Änderung kommt mit dem Employment Rights Act 2025, der auf dem Employment (Allocation of Tips) Act 2023 aufbaut. Jenes frühere Gesetz verpflichtete Arbeitgeber bereits, 100% der Trinkgelder und Servicezuschläge weiterzugeben, ohne Abzüge für Kartengebühren. Das neue Trinkgeldgesetz fügt einen vorgelagerten Schritt hinzu: erst mit den Beschäftigten sprechen, bevor eine Regelung festgelegt oder geändert wird, nicht nur das Geld fair verteilen, sobald sie besteht.

Was die Konsultationspflicht verlangt

Die Konsultation ist jetzt eine wiederkehrende Pflicht, kein einmalig abgehaktes Kästchen.

Bevor ein Arbeitgeber eine Regelung erstellt oder ändert, muss er die Beschäftigten über eine anerkannte Gewerkschaft, gewählte Arbeitnehmervertreter oder, falls keine bestehen, direkt konsultieren. Nach der Konsultation erhalten die Beschäftigten eine schriftliche, anonymisierte Zusammenfassung der Rückmeldungen.

Die Pflicht wiederholt sich: Jede Trinkgeldregelung muss mindestens alle drei Jahre formell überprüft werden, und jede Überprüfung löst eine neue Konsultation aus. Ziel ist es, veraltete oder ohne Mitsprache der Belegschaft auferlegte Regelungen zu verhindern — egal ob Trinkgelder über einen «tronc», einen unabhängig verwalteten Pool, oder direkt verteilt werden.

Die Durchsetzung läuft über die Arbeitsgerichte. Ein Beschäftigter, der glaubt, der Arbeitgeber habe die Konsultation ausgelassen oder fehlerhaft durchgeführt, kann klagen, und ein Gericht kann eine Entschädigung von bis zu £5,000 für den entstandenen finanziellen Schaden anordnen. Das kommt zu bestehenden Ansprüchen aus dem Gesetz von 2023 wegen unfairer Trinkgeldverteilung hinzu.

Branchenverbände warnen seit dem ursprünglichen Gesetz von 2023, dass eine faire Trinkgeldverteilung reale Betriebskosten verursacht: Troncverwaltung, Änderungen in der Lohnabrechnung und Zeit für die Einhaltung der Vorschriften, besonders für kleinere Betriebe ohne eigene Personalabteilung. Die Regierung vertritt die Position, dass die Kosten der Anhörung gering sind im Vergleich zum Schaden intransparenter Regelungen.

Woher das Trinkgeldgesetz stammt

Die Details wurden in einer Regierungskonsultation festgelegt, „Make Work Pay: Strengthening the Law on Tipping" (das Trinkgeldgesetz stärken), die vom 5. Februar bis 1. April 2026 lief. Die Regierung sammelte Stellungnahmen und traf sich mit Vertretern der Wirtschaft, Gewerkschaften und Troncbetreibern.

Die Regeln gelten in England, Schottland und Wales und für jeden Arbeitgeber, der nicht nur gelegentlich Trinkgelder erhält, mit oder ohne Tronc dazwischen. Großbritannien steht damit nicht allein: Nova Scotia hat ein eigenes Gesetz zum Schutz der Trinkgelder von Beschäftigten vorgelegt, während Sushiro in New York Trinkgeld ganz abgeschafft hat.

Arbeitgeber tragen nun eine dauerhafte Pflicht statt einer einmaligen Übung: konsultieren, schriftlich festhalten, zusammenfassen, innerhalb von drei Jahren überprüfen. Der Weg zum Arbeitsgericht, gedeckelt bei £5,000 pro Klage, bleibt das wichtigste Mittel der Beschäftigten, falls das ausbleibt.

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