Jan Hartwig führt die Liste der 100 besten Köche an
Der Koch von JAN holt sich Platz eins beim Rolling Pin.Convention in Düsseldorf, während Tim Raue den Legend-Status der Liste behält.

Jan Hartwig vom Restaurant JAN wurde beim Rolling Pin.Convention in Düsseldorf zur Nummer eins der Liste 100 Best Chefs Germany 2026 gekürt.
Das Ranking wird von Rolling Pin erstellt, einem Fachmedium und Jobportal für die Gastronomie, und per Kollegenwahl entschieden: Köche, Gastronomen und andere Branchenvertreter nominieren und bewerten ihresgleichen, statt dass eine Jury aus Kritikern entscheidet. Die Ergebnisse für 2026 wurden am 28. September bekannt gegeben.
Jan Hartwig sichert sich Platz eins
Eine Kollegenwahl misst etwas, das ein Guide-Inspektor nicht kann: was die Küche nebenan wirklich von der eigenen Arbeit hält.
Tobias Bätz wurde Zweiter, Tohru Nakamura Dritter und Sebastian Frank Vierter. Tim Raue vom Restaurant Tim Raue in Berlin hält den eigenständigen Legend-Status der Liste statt eines nummerierten Platzes, eine Kategorie, die Rolling Pin für Köche reserviert, die aus Sicht des Magazins die deutsche gehobene Küche bereits geprägt haben, statt noch um eine Platzierung zu konkurrieren.
Hartwig baute seinen Ruf über ein Jahrzehnt im Münchner Atelier auf, wo er drei Michelin-Sterne erkochte, bevor er 2021 ging, um sein eigenes Restaurant JAN zu eröffnen. An der Spitze einer von Kollegen gewählten Liste zu stehen, ist eine andere Form der Anerkennung als Sterne eines Guides: Sie misst das Ansehen innerhalb der Branche, nicht den einmaligen Besuch eines Inspektors.
Was ein von Kollegen gewähltes Ranking misst
Weil aktive Köche und Gastronomen die Stimmen abgeben, spiegelt die Liste vor allem wider, wen die Branche selbst im Blick hat, nicht nur, wer in dieser Saison Sterne trägt. Rolling Pin präsentiert die Verschiebungen jedes Jahr, Neueinsteiger, Aufsteiger, Absteiger, als Lesart dafür, wohin sich die deutsche Küche entwickelt, neben den Ranglisten der Guides und nicht an deren Stelle.
Beim Convention wurde zudem eine eigene Top-Chefs-Auszeichnung an Köche vergeben, die mindestens zehn Nominierungen erhielten, ohne es in die Top 100 zu schaffen, eine breitere Liste, die Namen markieren soll, bevor sie ins eigentliche Ranking vorstoßen.
Münchens Fine-Dining-Szene, die sich dieses Jahr bereits auf ein rekordverdächtiges Oktoberfest zubewegt, erhält damit ein weiteres Zeichen der Stärke, mit einem in der Stadt ausgebildeten Koch an der Spitze eines landesweiten, von der Branche gewählten Rankings.


