Common Table Group kauft 57 Whitbread-Restaurants
Thomas Andersons neues Unternehmen übernimmt 57 Beefeater-, Brewers-Fayre- und Cookhouse-Standorte sowie ein Premier-Inn-Hotel, mit 700 neuen Stellen und Wiedereröffnung im November.

Common Table Group, ein neues Gastgewerbe-Unternehmen unter Führung des Kaffeeunternehmers Thomas Anderson, kauft 57 ehemalige Beefeater-, Brewers-Fayre- und Cookhouse-Restaurants von Whitbread, die ersten Standorte sollen ab Mitte November wieder öffnen.
Der Deal, dessen Summe nicht offengelegt wurde, umfasst zudem ein Premier-Inn-Hotel und soll 700 neue Arbeitsplätze im Gastgewerbe schaffen, zusätzlich zu Mitarbeitenden, die von Whitbread wechseln. Anderson sagte, die Priorität sei es, "die Standorte so schnell wie möglich wieder zu öffnen und zum Laufen zu bringen".
Eine Kette, die Whitbread schliessen wollte
Whitbread schloss jahrelang Restaurants; jetzt setzt jemand anderes auf ihre Wiedereröffnung.
Whitbread hatte die Marken Beefeater und Brewers Fayre im vergangenen Monat abgewickelt, Teil eines im April angekündigten Plans, 2 Milliarden Pfund an Kosten zu sparen, alle Restaurants ausserhalb der Hotels zu schliessen und knapp 4.000 Stellen zu streichen. Konzernchef Dominic Paul verwies gegenüber Investoren auf "den Abschlag, den der Markt auf unseren tatsächlichen Wert anwendet", um das breitere Sparprogramm zu erklären.
Der im FTSE 100 notierte Konzern, der sein Geschäft um Premier-Inn-Hotels aufgebaut hat, betrieb Beefeater und Brewers Fayre jahrzehntelang als angeschlossene Restaurants. Der aktivistische Investor Corvex, der mehr als sechs Prozent an Whitbread hält, hatte auf einen Verkauf des Restaurantgeschäfts und einen Sitz im Verwaltungsrat gedrängt.
Common Table Group liess sich beim Kauf von Rove360 beraten, einer Gastgewerbe-Beratung mit ehemaligen Whitbread-Managern im Team, die die Kette zuvor schon bei einem Sparprogramm unterstützt hatte, das 150 Millionen Pfund an Personalkosten einsparte.
Kaffee und neue Speisekarten an 57 Standorten
Anderson leitet zudem die Rodeo Group, die 15 Rodeo-Doughnut-Standorte in London und Manchester betreibt. Die Restaurants sollen Specialty Coffee dieser Schwesterfirma neben neuen Speisekarten anbieten, sobald jeder Standort renoviert ist, und weiterhin ganztägig Speisen und Getränke für Premier-Inn-Gäste bereithalten.
Die Wiedereröffnung fällt in einen britischen Gastgewerbemarkt, in dem das Liefergeschäft dieses Jahr stärker wuchs als der Verzehr vor Ort, was Ketten unter Druck setzt, Format und Speisekarte zu überarbeiten, statt einfach wie zuvor wieder zu öffnen.
Der Deal reiht sich in eine breitere Aufteilung von Whitbreads Restaurantbestand ein. Mitchells and Butlers hat sich dieses Jahr bereit erklärt, ein kleineres Paket ehemaliger Whitbread-Standorte zu kaufen, zudem wurde ein bedingter Verkauf von weiteren 53 Restaurants an Queensway Inns angekündigt, sodass nur wenige ursprüngliche Beefeater- und Brewers-Fayre-Standorte bei einem einzigen Eigentümer verbleiben.
Ob 700 neue Arbeitsplätze und ein renovierter Bestand einen grossen Teil dessen zurückbringen, was Whitbread gestrichen hat, hängt davon ab, wie viele der 57 Standorte plangemäss wieder öffnen. Vorerst hat sich Common Table Group einen Monat gegeben, um die ersten Restaurants wieder zum Laufen zu bringen.


