Konsumsteuer in Japan: Restaurants bleiben bei 10 Prozent
Eine Umfrage unter 10.560 Unternehmen zeigt: Gastronomen erwarten weniger Umsatz, Lebensmittelhändler mehr, weil Essen zum Mitnehmen auf 1 Prozent sinkt und der Verzehr vor Ort bei 10 Prozent bleibt.

Die Senkung der Konsumsteuer in Japan trifft die Restaurants, wie eine am 18. September veröffentlichte Umfrage von Teikoku Databank zeigt: Gastronomiebetriebe rechnen mit 3,94 Prozent weniger Umsatz, sobald Lebensmittel mit 1 Prozent besteuert werden und der Verzehr vor Ort bei 10 Prozent bleibt. Der Lebensmitteleinzelhandel erwartet in derselben Umfrage ein Plus von 1,58 Prozent.
Das Forschungsunternehmen befragte zwischen dem 18. und 31. August Firmen im ganzen Land und erhielt 10.560 gültige Antworten. Bars und Bierhallen erwarten mit 7,57 Prozent den stärksten Rückgang. Über alle Branchen hinweg bezweifelten 54,5 Prozent der Unternehmen, dass die Maßnahme die Wirtschaft ankurbelt. Ein im Bericht zitierter Lebensmittelgroßhändler sagte, ein unveränderter Satz für das Essen außer Haus verlagere Mahlzeiten nach Hause.
Was sich bei der Konsumsteuer in Japan ändert
Eine Steuersenkung für den Einkaufskorb lässt den Gastraum weiter 10 Prozent zahlen.
Am 15. September billigte die Regierung die Eckpunkte einer befristeten Senkung der Konsumsteuer auf Lebensmittel und Getränke, berichtete Nikkei. Ab dem 1. April 2027 sinkt der Satz für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke für zwei Jahre von 8 auf 1 Prozent. Vor Ort verzehrte Speisen bleiben bei 10 Prozent, ebenso Alkohol.
Essen zum Mitnehmen folgt dem Lebensmittelsatz. Der Abstand zwischen einem Bento für zu Hause und demselben Gericht an der Theke wächst damit von zwei Prozentpunkten, dem Unterschied seit 2019, auf neun. Es ist die erste Senkung der Konsumsteuer seit ihrer Einführung 1989, wie die Nachrichtenagentur Jiji berichtete; Nikkei beziffert die Kosten auf 4,3 Billionen Yen Steuerausfall pro Jahr.
Die Regierung will die Gesetzentwürfe in einer außerordentlichen Parlamentssitzung einbringen, die Anfang Oktober beginnen soll, und sie bis Jahresende verabschieden, so Nikkei. Ihr Argument: Die Senkung entlastet die Haushalte beim Einkauf, während die Preise steigen, und Erwerbstätige mit niedrigem und mittlerem Einkommen erhalten Zahlungen, die das verbleibende 1 Prozent ausgleichen. Gastronomen verspricht das Papier Unterstützung, ihr Geschäft breiter aufzustellen, etwa mit Außer-Haus-Verkauf.
Essensgutscheine und ein Präzedenzfall von 5 Prozent
Der Branchenverband Japan Foodservice Association fordert mehr. Auf einer Pressekonferenz am 10. September verlangte der Vorsitzende Atsushi Mukumoto nachfrageankurbelnde Maßnahmen wie Essensgutscheine mit Aufschlag, um die größere Lücke auszugleichen, berichtete Jiji. Er bezeichnete Restaurants als Lebensmittelinfrastruktur, die den Alltag der Verbraucher trägt.
Der Verband stützt sich auf die letzte Änderung. Nachdem Essen zum Mitnehmen 2019 mit 8 Prozent besteuert wurde, sank die Zahl der Gäste in der Gastronomie um rund 5 Prozent, sagte Mukumoto laut Jiji. Er warnte, ein Satz von 1 Prozent werde noch mehr Gäste von Restaurants mit Tischservice fernhalten.
Die Branche geht bereits angeschlagen in die Debatte: In Osaka ging der Betreiber der LIAISON-Restaurants mit 1,2 Milliarden Yen Schulden insolvent, und die Preise für Sanma haben sich in dieser Saison verdreifacht. Die Gesetze kommen in wenigen Wochen ins Parlament; die Theken für Essen zum Mitnehmen haben Zeit bis April.
Quellen
- Teikoku Databank (PR Times) · 2026-09-18
- Nikkei · 2026-09-15
- Jiji Press (Nippon.com) · 2026-09-11
- Jiji Press · 2026-08-05


