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PorträtsThéoule-sur-Mer

Alain Montigny serviert im L'Or Bleu ein Blindmenü

Der MOF-Koch kocht seit 2020 über der Küste des Esterel. Sein Restaurant mit einem Stern serviert nur Überraschungsmenüs nach dem Fang des Tages, und die Preise sind seit 2024 gestiegen.

Terrakottadächer von Théoule-sur-Mer über einer blauen Bucht, dahinter die Hügel des Esterel und ein Jachthafen
Archivbild · Photo: Florian Pépellin · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Alain Montigny, seit 2004 Meilleur Ouvrier de France, führt das L'Or Bleu in Théoule-sur-Mer mit einer Speisekarte, die der Gast nie zu lesen bekommt. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant des Hotels Tiara Yaktsa serviert sechs oder acht Gänge, die der Küchenchef jeden Abend neu auswählt, zu 165 und 195 Euro.

Das Restaurant liegt am Boulevard de l'Esquillon 6, an der Küstenstraße westlich von Cannes, zwischen dem roten Fels des Esterel-Massivs und dem Mittelmeer. Montigny leitet die Küche laut Yonder seit 2020, und der Stern folgte schon wenige Monate später, Anfang 2021. Ein Porträt, das Nice Premium am 24. Oktober veröffentlicht hat, stellt das blinde Format in den Mittelpunkt des Hauses.

Der Weg von Alain Montigny von Reims an den Esterel

Im L'Or Bleu verzichtet der Gast auf die Karte, und die Küche trägt das ganze Risiko.

Montigny stammt aus der Champagne. Mit 14 Jahren ging er an die Hotelfachschule in Reims, von dort wechselte er ins Hôtel de Crillon in Paris. Im Resort Dolce in Chantilly fing er als Souschef an und wurde dort im Jahr 2000 Küchenchef. 2004 gewann er den Titel Meilleur Ouvrier de France, denselben blau-weiß-roten Kragen, den in diesem Monat 13 Köche in Lille erhalten haben, und 2008 erkochte er im Le Carmontelle, dem Restaurant des Resorts, einen Michelin-Stern.

Danach ging er in das Chalet RoyAlp in der Schweiz, wo seine Küche ebenfalls mit einem Stern ausgezeichnet war, bevor er den Posten in Théoule übernahm. Der Guide Michelin beschreibt das Ergebnis als moderne Küche mit mediterranem Akzent, ausgewogen und fein abgestimmt, und nennt als Beispiele einen gebratenen Kaisergranat mit Tatar von der Roten Bete sowie einen mit der Angel gefangenen Steinbutt mit in Zitrone marinierter Zucchini und Brousse aus Schafsmilch.

Ein Blindmenü zu 165 und 195 Euro

Serviert wird nur am Abend, von Dienstag bis Samstag zwischen 19 und 21.30 Uhr, wie das Fremdenverkehrsamt von Théoule angibt, dessen Eintrag zuletzt im Februar 2026 aktualisiert wurde. Eine Karte gibt es nicht: Die Abfolge richtet sich nach dem Fang des Tages und nach den Erzeugnissen der Region. Zu den jüngsten Tellern, die Nice Premium aufzählt, gehören Ei mit Pfifferlingen, Hummer mit Rucola, Pollack mit Pastinake und ein Gang mit Feige; das Ei mit Pfifferlingen und Focaccia bezeichnet Yonder als das Signaturgericht des Hauses.

„Wenn die Gäste die Augen schließen, müssen sie wissen, was sie gegessen haben“, sagte Montigny gegenüber Nice Premium. Das Team um ihn herum ist unverändert geblieben: Romain Lauvand als stellvertretender Küchenchef, Laurent Martinetto in der Patisserie und Benoit Sessegolo als Chefsommelier, wobei zu beiden Menüs eine Weinbegleitung angeboten wird.

Das Format verlagert das Risiko vom Gast auf die Küche: Weil nichts auf dem Papier steht, muss sich jeder Gang auf dem Teller selbst erklären. Zugleich hängt es von einem Fanggebiet ab, das unter Druck steht und in dem die Fangquoten im Mittelmeer für 2027 die Grenzen für Schleppnetzfischer beibehalten.

Der Preis hat sich schneller bewegt als das Format. Als Yonder das L'Or Bleu im September 2024 besprach, kostete das Menü mit sechs Gängen 135 Euro und das mit acht Gängen 189 Euro; heute sind es 165 und 195 Euro. Blind also, aber nicht billig.

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