Kaliforniens Mandelversand schnellt nach oben
Die Exporte stiegen im August um 31 Prozent, die Anlieferungen lagen weit über dem Vorjahr – erste harte Zahlen einer Ernte 2026, die schon als kleiner galt.

Der Versand kalifornischer Mandeln schnellte im August nach oben – die ersten harten Zahlen eines Erntejahrs 2026, das der Markt schon als knapp erwartet hatte.
Der August-Positionsbericht des Almond Board of California zeigte einen Gesamtversand von 190 Millionen Pfund. Exporte machten 143,2 Millionen Pfund aus, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; der Inlandsversand sank um 3,3 Prozent auf 46,8 Millionen Pfund.
Die Anlieferungen erzählen eine ähnliche Geschichte. Verarbeiter nahmen im August 401,9 Millionen Pfund an, 55 Prozent mehr als im August 2025, nachdem die Ernte in den meisten Anbaugebieten rund zwei Wochen früher begonnen hatte als in der Vorsaison.
Eine kleinere Ernte, schneller unterwegs als sonst, in einen Markt, der nicht gebremst hat.
Ein kleinerer Übertrag verknappt das Angebot
Der Übertrag, also die Mandeln aus der vorherigen Ernte, lag bei 470,7 Millionen Pfund, von denen nur 447,1 Millionen Pfund als essbare Qualität gelten. Der Wert liegt unter dem Vorjahr und bestätigt, worauf sich Erzeuger seit dem Frühjahr eingestellt hatten: weniger Puffer für die neue Saison.
Die Mai-Prognose des USDA hatte die Ernte 2026 bereits auf 2,7 Milliarden Pfund taxiert, ein Rückgang von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem stabilen Ertrag von 1.940 Pfund pro Acre. Kaliforniens Anbaufläche schrumpfte erstmals seit 1995, da ältere Plantagen schneller gerodet werden, als neue gepflanzt werden – eine Verschiebung, die Almond-Board-Präsidentin und Geschäftsführerin Clarice Turner als Signal für ein knapperes Angebot bezeichnete, nicht als Krise. Kalifornien bleibe, so Turner, „der weltweit größte Mandellieferant“.
Indien kauft weiter
Der Exportsprung von 31 Prozent im August stützte sich stark auf die Nachfrage aus Indien, mittlerweile einem der verlässlichsten Wachstumsmärkte der Branche, während auch anderswo die Ernte dieses Jahr früh einsetzte, auf der anderen Seite der Welt. Erzeuger und Verarbeiter beobachten dieses Gleichgewicht genau: Eine kleinere Ernte bei starker Exportnachfrage stützt in der Regel die Preise – aber nur, wenn der Versand mit dem knapperen Angebot Schritt hält, statt dahinter zurückzubleiben.
Nichts davon garantiert eine ruhige Saison. Sowohl die Kerngröße als auch die endgültige Erntemenge stehen noch nicht fest, und kalifornische Mandeln haben den Markt schon zuvor überrascht, in beide Richtungen. Was die Augustzahlen bestätigen, ist eine Richtung, keine Gewissheit: eine kleinere Ernte, die schneller unterwegs ist als sonst, in einen Markt, der sein Tempo nicht gedrosselt hat.
Quellen
- Pacific Nut Producer · 2026-09-14
- Select Harvest USA · 2026-09-10
- Almond Board of California · 2026-05-12


