New York Times kürt 50 Lieblingsrestaurants der USA
Sechzehn Reporter durchquerten das Land für eine Liste ohne Rangfolge, die frühere Gewinner ausschließt – von einem karibischen Lokal in Manhattan bis zu einer portugiesischen Küche in Maine.

Die New York Times veröffentlichte am 15. September ihre Liste der 50 Lieblingsrestaurants der USA für 2026, eine Übersicht ohne Rangfolge, zusammengestellt von 16 Reportern und Redakteuren, die das Jahr über quer durchs Land gegessen haben.
Die Regel, die der Liste ihre Form gibt, zählt so viel wie jeder einzelne Eintrag: Kein Restaurant, das schon einmal auf der Liste stand, darf zurückkehren, egal wie beliebt. Das zwingt die Kritiker der Zeitung jedes Jahr aufs Neue auf die Straße, statt alte Favoriten zu wiederholen.
Vier der fünfzig liegen nur wenige U-Bahn-Stationen voneinander entfernt in New York City. Bistrot Ha, von den Köchen Sadie Mae Burns und Anthony Ha, verbindet vietnamesische Zutaten mit französischen Bistro-Gerichten: Lauch-Vinaigrette mit Maggi-Würze, Schnecken mit Zitronengras. Bei Meju baut Koch Hooni Kim eine auf Fermentation ausgerichtete koreanische Karte auf und führt persönlich Gang für Gang durch den Abend.
Keine Rangliste, keine Wiederholung: fünfzig Adressen, die eine Reise wert sind.
Isao Yamadas minimalistische Kaiseki-Theke bekam ein sehr konkretes Lob: Die Zeitung hob seine Aufmerksamkeit für feine Geschmacksverschiebungen in einem saisonalen japanischen Menü hervor, das sich danach richtet, was er in der jeweiligen Woche bekommt. Koch Ned Baldwins Zoli rundet die New Yorker Auswahl mit einer Fischkarte voller unerwarteter Kombinationen ab, darunter Trogmuschel-Aguachile und Tatar von roten Garnelen mit Kimchi-Pulver.
Eine Liste, die über New York hinausgeht
Die fünfzig reichen weit über Manhattan hinaus. Dalia, im Süden Bostons, schafft es auf die Liste, ebenso Douro in Portland, Maine, ein Lokal am Wasser mit Fischkonserven, gegrilltem Oktopus und Stockfisch-Kroketten nach portugiesischer Tradition. Detroit steuert zwei neue Namen bei: Rose's und Tacos Wuey.
Die geografische Streuung wirkt bewusst gewählt. Frühere Ausgaben stützten sich stark auf die Küsten und eine Handvoll großer Metropolen; die diesjährigen Recherchereisen führten die Reporter verstärkt in kleinere Städte, die auf landesweiten Restaurantlisten selten auftauchen.
Die Liste erscheint in derselben Woche, in der eine internationale Rangliste Napoli on the Road zur besten Pizzeria der Welt kürte, wenige Tage nachdem die Best-New-Chefs-Party von Food & Wine erstmals für die Öffentlichkeit öffnete – ein dicht gedrängter Monat für amerikanische Gastro-Superlative.
Eine andere Rangliste derselben Redaktion
Die Liste sollte nicht mit den eigenen, tatsächlich gereihten 100 Best Restaurants in New York City der Zeitung verwechselt werden, die Koch Paul Carmichaels Kabawa unter der neuen Ko-Chefkritikerin Ligaya Mishan zur Nummer eins kürte. Jene Liste reiht eine einzige Stadt; diese reiht nicht und deckt das ganze Land ab.
Restaurantlisten klären selten, was "das Beste" eigentlich bedeutet, und die Zeitung tut hier nicht so, als wäre das anders. Das Ergebnis liest sich eher wie eine Reiseroute als wie ein Urteil. Welche fünfzig es auch in die nächste Ausgabe schaffen, keines der diesjährigen fünfzig kann es sein.
Quellen
- The Boston Globe / Boston.com · 2026-09-15
- Time Out New York · 2026-09-15
- Portland Press Herald · 2026-09-15


