Sonntag, 25. Oktober 2026 · Amsterdam
Medienplattform für
Gastgewerbe & Kulinarik
AMUSE.
Guides & PreiseNashville

Michelin-Führer American South kehrt nach Nashville zurück

Sechs Südstaaten zahlen Michelin bis zu 350.000 Dollar im Jahr für die Bewertung im Guide 2026, der heute Abend in Nashville vorgestellt wird.

Weingläser und Gedecke aufgereiht an einem gehobenen Restauranttisch
Foto · Photo: Nils Stahl · Unsplash · Unsplash License

Der Michelin-Führer American South stellt heute Abend in Nashville seine Auswahl für 2026 vor, während sechs Südstaaten und ein städtisches Tourismusbüro dem französischen Unternehmen bis zu 350.000 Dollar pro Jahr für die Bewertung zahlen.

Die Zeremonie findet im The Pinnacle statt, einer Halle mit 4.500 Plätzen im Komplex Nashville Yards. Es ist die zweite Ausgabe des Regionalführers, der 2025 mit Nashvilles ersten drei Sternen debütierte: Bastion, The Catbird Seat und Locust, jeweils mit einem Stern. Das Hotel Hermitage erhielt zwei Michelin Keys. Die Zeremonie im Vorjahr fand in Greenville, South Carolina, statt.

Öffentliche Unterlagen, die Axios beim Tourismusbüro von Louisiana einsah, zeigen die Konditionen. Louisiana, North Carolina, South Carolina und Tennessee zahlen je 350.000 Dollar pro Jahr, Mississippi und Alabama je 125.000. Der Vertrag läuft bis 2028, mindestens zwei weitere Ausgaben des Südführers sind also bereits finanziert.

Bundesstaaten zahlen bis zu 350.000 Dollar im Jahr für eine Bewertung, die laut Michelin nicht käuflich ist.

Atlanta steht außerhalb dieses Staatsdeals: Das städtische Tourismusbüro brachte 1 Million Dollar über drei Jahre auf, privat finanziert. Virginia dagegen lehnte den Führer ab. Laut Axios hätte die Teilnahme den Bundesstaat 360.000 Dollar gekostet, und Verantwortliche nannten die Kosten als Grund.

Das Muster beschränkt sich nicht auf den Süden. Tourismusbüros in Texas zahlten zusammen 2,7 Millionen Dollar über drei Jahre für ihren Führer. Minneapolis vereinbarte 250.000 Dollar jährlich, Indianapolis und Milwaukee je 150.000. Boston zahlte etwas mehr als 1 Million Dollar über drei Jahre, nachdem die Stadt 2022 zunächst abgelehnt hatte.

Michelin betont, die Gebühren erkauften keine Bevorzugung. Ein Unternehmenssprecher sagte Axios, das Geld „unterstütze vor allem Marketing- und Werbemaßnahmen", und ein ungenannter Michelin-Chefinspektor erklärte, Tourismusbüros hätten keinen Einfluss darauf, welche Restaurants ausgewählt oder mit Sternen bedacht werden.

Destinationsvermarkter beschreiben die Ausgabe anders. Martha Sheridan, Chefin von Bostons Kongressbüro, sagte über die Zahlung ihrer Stadt: „Unsere Investition diente einzig dazu, sie in den Markt zu holen." In dieser Lesart kauft man den Führer für Sichtbarkeit, nicht für Ergebnisse.

Michelin-Führer American South, Staat für Staat

Sechs Bundesstaaten und eine Metropolregion finanzieren den Michelin-Führer American South derzeit mit einer Gesamtsumme im niedrigen Millionenbereich pro Jahr, eine Ausgabe, die Tourismusbüros als Marketing und nicht als Zugang zu Sternen rechtfertigen. Michelins Gwendal Poullennec nannte Nashville eine „passende Kulisse" für 2026 und verwies auf die Musik- und Gastronomieszene der Stadt.

Ein Geschäft jenseits von New York

Michelins nordamerikanischer Führer entstand 2005 in New York und wuchs ein Jahrzehnt lang langsam, bevor touristisch finanzierte Partnerschaften zum Standardweg in neue Bundesstaaten wurden – ein Kalender, den Michelin parallel zu Austins neuesten Sternen und einer verschobenen Spanien-Gala führt. Deana Ivey vom Nashville-Tourismusbüro sagte, die Ausrichtung werde die Stadt als kulinarisches Ziel „aufwerten".

Nashville wird heute Abend bewertet, im Rahmen eines Vertrags, den der Bundesstaat bereits bis 2028 bezahlt hat.

Quellen

Amuse Monatlich

Das Beste des Monats,
einmal im Monat.

Die Eröffnungen des Monats, die Köche im Blick, die Rezepte und die Zahlen, die zählen. Einmal im Monat in Ihrem Postfach, fünf Minuten, sonst nichts.

Gesponserte Plätze sind immer gekennzeichnet. Redaktion ist nie käuflich.

Was in Ihrem Postfach landet

  • Die Adressen, die man diesen Monat buchen sollte
  • Die Eröffnung, über die alle reden
  • Die Rezepte des Monats aus den Küchen, über die wir berichten
  • Die Zahlen, die zählen, mit Quelle