Treasury Wine Estates streicht 170 Stellen in der Verwaltung
Der Penfolds-Eigentümer aus Melbourne bestätigt den Abbau, der vor allem Konzernfunktionen trifft, ersetzt seine drei Sparten durch Regionen und stellt im Vertrieb weiter ein.

Der Stellenabbau bei Treasury Wine Estates betrifft rund 170 Stellen, die meisten davon in den Konzernfunktionen, wie der Penfolds-Eigentümer mit Sitz in Melbourne am 7. Oktober bestätigte. Nach Angaben des Unternehmens gehört der Schritt zu einem Plan, mit dem es eine einfachere und stärker fokussierte Organisation werden will.
Ein Sprecher des Unternehmens nannte die Zahl in einer Erklärung, die Just Drinks und News24 wiedergaben. „Im Rahmen unserer Transformation hin zu einer einfacheren und stärker fokussierten Organisation sind rund 170 Stellen weggefallen, überwiegend in unseren Konzernfunktionen“, sagte der Sprecher. In der Erklärung heißt es außerdem, das Unternehmen sei sich der Auswirkungen der Veränderungen auf seine Beschäftigten bewusst und danke allen, die das Haus verlassen, für ihren Beitrag.
News24 berichtete, der Stellenabbau bei Treasury Wine Estates entspreche sieben Prozent der Belegschaft und sei in den vergangenen Tagen vollzogen worden. Grafa, ein Finanznachrichtendienst, beziffert den Anteil auf knapp 7 % der weltweiten Belegschaft.
Die Vereinfachung, die bei Marken und Sparten begann, hat nun auch die Konzernverwaltung erreicht.
Stellenabbau bei Treasury Wine Estates folgt auf Umbau nach Regionen
Der Abbau erfolgt laut News24 im Rahmen des Kostenprogramms, das unter dem Namen Project Ascent läuft. Treasury Wine Estates hat erklärt, die Strategie werde es dem Unternehmen ermöglichen, die Kosten um 100 Millionen Australische Dollar pro Jahr zu senken.
Auch die Struktur ändert sich. Der Konzern wechselt zu einem Modell, das auf geografischen Regionen beruht und die drei bisherigen Sparten Penfolds, Treasury Americas und Treasury Collective ablöst, wie News24 berichtete. Grafa beschreibt den neuen Aufbau als vier Regionen.
Parallel dazu schrumpft das Portfolio. Im Juni kündigte das Unternehmen an, die Zahl seiner Marken von 76 auf weniger als 30 zu verringern, wie Global Drinks Intel damals berichtete; Penfolds, DAOU und Matua wurden als die drei „Power Brands“ benannt, dahinter stehen sieben regionale Marken. Diese zehn Marken sollen innerhalb von fünf Jahren rund 90 % des Konzernumsatzes erwirtschaften. Weingüter wechseln bereits den Besitzer: Im September vereinbarte das Unternehmen den Verkauf von Seppelt und dem Weingut in Great Western an eine Gruppe unter Führung von Stonier.
Neue Stellen für Penfolds, DAOU und Matua
Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben weiterhin ein. Neue Stellen sind vor allem in den Vertriebsteams in Australien und Neuseeland sowie in China und in den Schwellenländern vorgesehen und richten sich auf die vorrangigen Marken aus, zu denen Penfolds, DAOU und Matua gehören, so der Sprecher.
Den Hintergrund bildet eine schwierige Phase für das Unternehmen, das News24 als größten Weinproduzenten Australiens bezeichnet. Treasury Wine Estates hat im Dezember den Wert seines Nordamerikageschäfts abgeschrieben, nachdem die Entwicklung in diesem Markt schwach ausgefallen war, wie News24 berichtete. Die Konjunkturabkühlung in China und die Beschränkungen für Staatsbedienstete bei der Teilnahme an großen Banketten haben demselben Bericht zufolge die Ergebnisse ebenfalls belastet.
Der Stellenabbau bei Treasury Wine Estates löste an diesem Tag keine Reaktion an der Börse aus. Die Aktie notierte nach der Erklärung unverändert bei 5,56 Australischen Dollar, so Grafa. News24 weist darauf hin, dass das Papier seit seinem Tiefstand des Jahres 2026 im März um mehr als 60 % zugelegt hat, eine Erholung nach einem deutlichen Kursrückgang seit Anfang 2025.
Quellen
- Just Drinks ·
- News24 ·
- Grafa ·
- Global Drinks Intel ·


