Hokkien House eröffnet mit Fujian-Küche in Hongkong
Koch Levi You, Gewinner des ersten Michelin Fujian Young Chef Award, hat sein erstes eigenes Restaurant ganz oben im H Queen's in Central eröffnet.

Hokkien House, ein Fujian-Fine-Dining-Restaurant von Koch Levi You, öffnete am 5. September im 21. Stock von H Queen's im Central-Distrikt von Hongkong.
Es ist Yous erstes eigenes Restaurant. Geboren in Zhangzhou in der chinesischen Provinz Fujian, kocht er seit fast zwei Jahrzehnten und gewann 2025 den ersten Michelin Guide Fujian Young Chef Award, ein Titel, der ihm das Ansehen verschaffte, unter eigenem Namen zu eröffnen statt unter dem eines anderen.
Die Karte gliedert sich in neun Kategorien, jede einem anderen Küsten- oder Bergabschnitt Fujians zugeordnet, und stützt sich auf Fujian-Meeresfrüchte neben saisonalen Hongkonger Produkten. Hausgemachte Brühen und Saucen statt importierter Zutaten tragen die meisten Gerichte.
Eine regionale Küche bekommt eine ernstzunehmende Adresse, ein Michelin-Koch nach dem anderen.
Zu den Signature-Gerichten zählen ein gebratener Austernkuchen mit eingelegtem Rettich und Austernsuppe, betrunkene Fuzhou-Schweinerippen, mariniert in Rotweintrester, sowie Klebreis, gedämpft in einer Mangrovenschlammkrabbe. Keines der drei Gerichte hängt von einer teuren Hauptzutat ab; die Technik ist das Verkaufsargument, nicht der Preis.
Eine regionale Küche sucht noch ihr Publikum
Die Fujian-Küche hatte in Hongkong nie dieselbe Sichtbarkeit wie kantonesische oder sichuanesische Gerichte, obwohl die Provinz nur auf der anderen Seite der Straße von Taiwan liegt und durch Migration tiefe kulinarische Verbindungen mit der Insel teilt. Hokkien House setzt darauf, dass ein von Michelin ausgezeichneter Koch, mehr als ein Thema-Ambiente, Gäste endlich betrunkene Rippen statt eines weiteren Char-Siu-Tellers bestellen lässt, dieselbe Wette, die ein neues Restaurant in London auf regionale indische Küche setzt.
Der Speisesaal ist klein und öffnet nur abends, Dienstag bis Sonntag, 18 bis 23 Uhr, montags geschlossen. Dieser Rhythmus deutet auf eine Küche hin, die auf einen einzigen, konzentrierten Service ausgelegt ist, nicht auf Volumen.
Hongkongs Fine-Dining-Szene zersplittert weiter
Hongkongs Fine-Dining-Szene entfernt sich seit zwei Jahren von großen Hotel-Speisesälen hin zu Projekten, die ein einzelner Koch um eine einzige Küche herum führt, ein Muster, das sich auch in Singapurs jüngster Serie von Solo-Koch-Eröffnungen zeigt. Hokkien House passt genau in diese Verschiebung: ein junger Koch, eine regionale Küche, die die meisten einheimischen Gäste noch nicht auswendig benennen können, und eine Lage, die Laufkundschaft gegen ein neugieriges Publikum tauscht, das aus einem anderen Grund bereits im Gebäude ist.
Ob die Fujian-Küche ihren Moment in Hongkong bekommt, hängt jetzt weniger vom Essen ab, das nach allem, was man bisher weiß, präzise ist, als davon, ob Gäste bereit sind, eine neue Reihe von Gerichtnamen zu lernen.
Quellen
- The Loop HK · 2026-09-05
- South China Morning Post · 2026-09-01
- afoodieworld · 2026-08-26


