Stonegate-Pubs: Heineken verhandelt über 300-Millionen-Deal
Star Pubs and Bars soll über rund 300 Standorte verhandeln. Beide Unternehmen bestätigen nichts, und Stonegate sagt, es sei nichts entschieden.

Star Pubs and Bars, die Pub-Sparte von Heineken, verhandelt über den Kauf von rund 300 Stonegate-Pubs im Wert von etwa 300 Millionen Pfund. Das berichtete die Sunday Times am Wochenende.
Stonegate ist der größte Pub-Betreiber des Vereinigten Königreichs mit rund 4.500 Standorten. Seit Monaten arbeitet der Konzern an einem Portfolio namens Platinum, rund tausend Pubs im Eigentum, die er als seine ertragsstärksten ausweist, während er Schulden von etwa 3 Milliarden abbaut. Verhandelt wird dem Bericht zufolge seit dem Sommer, ohne dass bisher etwas unterschrieben wäre.
Was 300 Stonegate-Pubs bringen würden
Die Größe entscheidet, was eine Pub-Kette für Bier, Energie und Versicherung zahlt.
Star Pubs and Bars führt rund 2.350 Pubs in Großbritannien. Weitere 300 brächten den Bestand über 2.600 und machten Heineken zu einem der größeren Verpächter in einem Markt, in dem die Größe entscheidet, was man für Bier, Energie und Versicherung zahlt. Für einen Brauer sichert ein eigenes Pachtnetz außerdem den Zapfhahn: Jeder übernommene Standort ist ein Abnehmer, der bleibt.
Keines der beiden Unternehmen bestätigt die Gespräche. Ein Sprecher von Stonegate sagte, es seien „keine Entscheidungen getroffen worden", und verwies auf den Halbjahresgewinn, 9% höher auf einem Rekord von 201 Millionen Pfund. Heineken erklärte, man sei „über Berichte zu einem Pub-Paket informiert, das die Stonegate Group am Markt anbietet", kommentiere Spekulationen aber nicht.
Ein Schuldenberg von 3 Milliarden
Den Gesprächen gingen kleinere Verkäufe voraus. Anfang September unterschrieb Fuller's für zehn Stonegate-Pubs über 35,25 Millionen, und Stonegate überführte weitere 100 Standorte in seine Pachtsparte Pub Partners. Im Juni soll der Finanzinvestor Terra Firma ein Gebot von 300 Millionen für eine ähnliche Zahl von Pubs geprüft haben.
Das alles in einem Geschäftsjahr, das nicht hilft. Die Betriebe haben höhere Arbeitgeberbeiträge, einen höheren Mindestlohn und Energierechnungen verkraftet, die nicht gesunken sind; mehr als 800 Gastronomiebetriebe unterzeichneten in diesem Monat einen offenen Brief für eine niedrigere Mehrwertsteuer. Wer jetzt Pubs kauft, kauft sie in diese Kostenlage hinein.
Die Sunday Times schreibt, ein Abschluss sei nicht sicher und weitere Bieter seien im Rennen, manche am gesamten Paket von tausend Pubs interessiert. Stonegate sagt, der Umbau laufe nach Plan. Beides kann stimmen.
Quellen
- The Morning Advertiser · 2026-09-21
- The Drinks Business · 2026-09-21
- NL Times · 2026-09-21


