Emilio Medina gewinnt Spaniens Gastronomiepreis für junges Talent
Der Gemüsebauer aus Palencia hinter La Mielga, einem Projekt zur Rettung alter Saaten in der Tierra de Campos, schließt die sieben spanischen Gastronomiepreise 2026 vor der Gala in Toledo ab.

Emilio Medina, Gemüsebauer aus Villalcázar de Sirga in der spanischen Provinz Palencia, hat den Premio Nacional de Gastronomía 2026 in der Kategorie junges Talent gewonnen. Die Real Academia de Gastronomía gab die Entscheidung am 22. Oktober bekannt, einen Tag nachdem die Jury getagt hatte.
Ausgezeichnet wird La Mielga, das Projekt, mit dem Emilio Medina traditionelle Saaten und alte Sorten zurückgewinnt und zugleich das ländliche Wissen bewahrt, das an ihnen hängt. Seit rund zehn Jahren bewirtschaftet er einen Gemüsegarten der Familie in der Tierra de Campos, der flachen Getreideebene im Norden Kastiliens. Dort hat er Hunderte Tomatensorten zusammengetragen, dazu Hülsenfrüchte, Knoblauch und weiteres Gemüse.
Wie Emilio Medina seine Saatgutsammlung aufbaut
Ein Preis, der sonst an Küchen und Gasträume geht, landet bei einer Saatgutsammlung in Palencia.
Ein großer Teil der Sammlung kommt nach Angaben der Akademie über den Tausch mit Landwirten und älteren Menschen aus verschiedenen Regionen zustande. Medina wählt anschließend jede Sorte aus und passt sie an die örtlichen Bedingungen an, statt die Samen bloß in einer Schublade aufzubewahren. „Was mir zugefallen ist, liegt hier in Palencia, also ist es das, was ich mache“, sagte Medina der Tribuna de Palencia.
Die Arbeit hat den Acker längst verlassen. In diesem Jahr wurde seine Negro del Escorial, eine alte Sorte aus der Region Madrid, auf der Feria Nacional del Tomate Antiguo in Polanco in Kantabrien zur besten Tomate Spaniens gekürt. Außerdem nahm das Basque Culinary Center Emilio Medina in seine Liste der 100 jungen Gastronomietalente des Jahres 2026 auf.
Den Vorsitz der Jury hatte der Koch Dabiz Muñoz. Ihr gehörten außerdem Patricia Gutiérrez, Kommunikationsdirektorin des Basque Culinary Center, die Akademiemitglieder Miguel Loya, Ángel Parada und Rosa Vañó sowie Akademiepräsident Luis Suárez de Lezo an. Im Protokoll hebt die Jury die Schwierigkeit des Projekts hervor, die Verbindung von landwirtschaftlichem Erbe mit Forschung und ländlicher Entwicklung sowie Medinas Fähigkeit, seine Arbeit dem Publikum zu erklären. „Emilio Medina passt sehr gut zum Geist dieses Preises, zu dem, was wir bei den Kandidaten suchen“, sagte Muñoz und nannte La Mielga ein schwieriges, andersartiges und stimmiges Projekt.
Emilio Medina komplettiert die Preisträger 2026
Mit Medina sind alle sieben Kategorien der 52. Ausgabe der Preise vergeben, die die Akademie seit 1974 verleiht. Im Lauf des Sommers hatte sie bereits Pedro Sánchez vom Bagá in Jaén als besten Küchenchef ausgezeichnet, dazu Casto Copete für die Leitung des Service, Mohamed Benabdallah als besten Sommelier, Pilar Salas für Kommunikation und Josep Bernabeu für Forschung und Innovation. Jaume Subirós erhielt am 8. Oktober den Preis für sein Lebenswerk.
Überreicht werden die Auszeichnungen am 9. November im Palacio de Congresos El Greco in Toledo. Die vorige Ausgabe fand in Granada statt.
Spaniens Tomatenkultur kennt man eher über Gerichte wie Gazpacho andaluz als über die Saaten, die dahinterstehen. La Mielga arbeitet an dem Teil dieser Kette, der meist unsichtbar bleibt, und tut das ab November mit einem nationalen Preis im Rücken.


