Eichhalde Freiburg schließt an Silvester nach sieben Jahren
Küchenchef Federico Campolattano und Valentina Tito haben auf Instagram das Ende ihres italienischen Sternerestaurants angekündigt. Sie nennen ein Datum, den 31. Dezember 2026, und keinen Grund.

Die Eichhalde Freiburg, das italienische Restaurant mit einem Michelin-Stern im Stadtteil Herdern, serviert am 31. Dezember 2026 ihr letztes Abendessen. Küchenchef Federico Campolattano und Restaurantleiterin Valentina Tito haben die Schließung am 7. Oktober in einem Beitrag auf Instagram bekannt gegeben.
Einen wirtschaftlichen Grund nennt der Beitrag nicht. „Nach sieben Jahren endet unser Kapitel Eichhalde“, heißt es dort laut dem Schwarzwälder Boten, der noch am selben Tag über die Ankündigung berichtete. Die Badische Zeitung schreibt, das Paar höre zum Jahreswechsel auf, um neue Perspektiven zu verfolgen. Welche das sind, steht in keiner der beiden Zeitungen.
Campolattano und Tito führen das Haus seit 2019. Der Guide Michelin zeichnete es 2023 mit einem Stern aus, und es hat ihn seither in jeder Ausgabe gehalten; in ihrem Beitrag nennen die beiden das einen „besonderen Meilenstein“. Vor seiner Zeit in Freiburg kochte Campolattano nach Angaben der Badischen Zeitung jahrelang an der Seite von Niko Romito im Drei-Sterne-Restaurant Reale in den Abruzzen. Romito selbst fügt seinem Unternehmen weiter Adressen hinzu, zuletzt das Da Niko im Bulgari Hotel in Mailand.
Ein Schlussdatum und kein Grund: Die Ankündigung sagt, wann, und lässt das Warum unbeantwortet.
Was die Eichhalde Freiburg bis zum letzten Abend serviert
Der Guide Michelin führt das Restaurant unter der Adresse Stadtstraße 91 mit italienischer und moderner Küche und ordnet es seiner höchsten Preisklasse zu. Es gibt zwei Menüs. Das moderne Menü umfasst fünf, sechs oder neun Gänge, das traditionelle Menü drei oder vier.
Der Text der Inspektoren erwähnt ein Gericht mit Oktopus und einen Käsegang aus fünf DOP-Parmesanen unterschiedlicher Reife und beschreibt eine Weinkarte, die überwiegend italienisch ist. Der Gastraum liegt in einem historischen Haus in einer Wohnstraße, ist innen schlicht gehalten und hat eine kleine Terrasse. Gäste können außerdem Gläser mit der Pastasauce der Küche kaufen und mit nach Hause nehmen.
Daran ändert sich bis zum Jahresende nichts. Das Paar verspricht in seinem Beitrag, die Eichhalde bis zum letzten Service „mit derselben Leidenschaft und Sorgfalt wie bisher“ weiterzuführen.
Ein zweiter deutscher Stern endet am selben Tag
Das Datum teilt sich die Eichhalde mit einem anderen Haus. Das Haebel in Hamburg, ebenfalls seit 2023 mit einem Stern ausgezeichnet, beendet am 31. Dezember den regulären Betrieb. Dort verwies der Inhaber auf ein altes Gebäude mit 20 Plätzen und einer Elektrik, die immer wieder ausfällt. In Freiburg wurde keine Ursache genannt, und es gibt keinen Anlass, eine zu unterstellen.
Zwei Fragen bleiben offen: was aus den Räumen in der Stadtstraße wird und ob Campolattano und Tito wieder in der Stadt kochen werden. Der Beitrag endet mit zwei Sätzen: „Ein Kapitel endet. Und ein neues beginnt.“ Wo es beginnt, steht dort nicht.
Ein Michelin-Stern gehört zu einem Restaurant an einer bestimmten Adresse und nicht zu einem Koch. Wenn die Eichhalde Freiburg nach dem Service an Silvester die Tür schließt, geht der Stern mit ihr, und Freiburg zählt einen weniger.


