Restaurant Haebel in Hamburg schließt zum Jahresende
Fabio Haebel beendet am 31. Dezember den regulären Betrieb seines Restaurants mit 20 Plätzen auf St. Pauli. Er nennt das Gebäude als Grund, nicht die Zahlen, und plant Pop-ups.

Das Restaurant Haebel, das Fabio Haebel mit einem Michelin-Stern in der Paul-Roosen-Straße auf St. Pauli betreibt, beendet am 31. Dezember 2026 nach fast 16 Jahren den regulären Betrieb. Haebel gab die Entscheidung in einem Brief an seine Gäste bekannt, der am 27. September erschien, und betonte ausdrücklich, dass wirtschaftliche Gründe nicht dahinterstehen.
Das Problem ist nach seiner Darstellung das Haus selbst. Der Gastraum hat 20 Plätze und zwei Durchgänge pro Abend, die Küche kann nicht mehr leisten als heute, und Elektrik und Abwasser sind so in die Jahre gekommen, dass Stammgäste im Restaurant Haebel ihr Menü bei Stromausfall schon bei Kerzenlicht beendet haben. „Wir sind mit dem Laden schlicht an unsere infrastrukturellen Grenzen gekommen“, schrieb Haebel.
Die Adresse hat ihre Form mehr als einmal gewechselt. Sie öffnete am 13. März 2011 als TarteOrt St. Pauli, ein Café mit Feinkostladen, wurde später zur Tarterie und trägt seit 2017 den Namen des Inhabers. Der Guide Michelin vergab 2023 einen Stern und bestätigte ihn seither in jeder Ausgabe, zuletzt 2026. Haebel zählt in dieser Zeit mehr als 100.000 Gäste und hebt Küchenchef Kevin Bürmann sowie ein Team hervor, zu dem über die Jahre mehr als 50 Menschen gehörten.
Eine Sterneküche übersteht Mieten und Personalmangel, aber nicht die Leitungen eines alten Hauses.
Warum das Restaurant Haebel jetzt schließt
Wenn in Deutschland ein Sternerestaurant schließt, lauten die üblichen Erklärungen Kosten, Personal oder Miete. Hier geht es um Quadratmeter. Ein Raum mit 20 Plätzen und zwei Durchgängen setzt dem Umsatz eine feste Obergrenze, und diese Obergrenze lässt wenig Spielraum, um Stromleitungen und Rohre eines alten Hauses zu erneuern. Haebel hat sich entschieden aufzuhören, statt immer weiter zu flicken.
Die Schließung kostet eine Stadt eine Sterneadresse, die deutsche Restaurantführer wie der Falstaff Restaurant Guide Germany 2026 zu den wichtigsten Märkten der gehobenen Küche im Land zählen. Das übrige Geschäft endet damit nicht: Haebel eröffnete 2018 die Naturweinbar Haebel La Cave, gerade einmal 4,8 Quadratmeter groß, und startete 2019 die Weinmesse Au Naturel. Was aus der Bar wird, geht aus der Ankündigung nicht hervor.
Was nach dem letzten Service kommt
Die Räume in der Paul-Roosen-Straße bleiben beim Team und sollen gelegentlich für Dinner und Veranstaltungen öffnen. Haebel plant Pop-ups an anderen Orten, Catering und private Essen und will nach eigenen Worten viel reisen.
Ein neues Restaurant schließt er nicht aus. Sollte sich der richtige Ort finden, schrieb er, sei eine schnelle Wiedereröffnung an anderer Stelle nicht ausgeschlossen; einen Standort oder einen Termin gibt es bislang nicht.
Der letzte Abend im Restaurant Haebel ist Silvester, mit einer Feier um Mitternacht. Bis dahin behält das Haus seinen Stern, seine 20 Plätze und seine launische Elektrik.


