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Gastgewerbe in Großbritannien: September bester Monat 2026

Pubs legen um 3,8 Prozent zu, Restaurantgruppen um 2,6 Prozent und erleben ihren besten Monat seit November 2024, doch die vergleichbaren Umsätze liegen eine Woche vor dem Herbstbudget weiter unter der Inflation.

Leerer Speiseraum eines Londoner Pubs mit Holzvertäfelung, Lederstühlen und Gläsern
Foto · Photo: Mario Mesaglio · Unsplash · Unsplash License

Das Gastgewerbe in Großbritannien hat im September bei den führenden Betreibergruppen des Landes einen Umsatzzuwachs von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt, das stärkste flächenbereinigte Wachstum des bisherigen Jahres 2026, wie der am 22. Oktober veröffentlichte NIQ RSM Hospitality Business Tracker zeigt. Im August hatte das Plus noch bei 0,8 Prozent gelegen, und der September ist bereits der fünfte positive Monat in Folge.

Die Pubs führten die Erholung an. Ihre flächenbereinigten Umsätze stiegen um 3,8 Prozent – für diese Kategorie der zweitbeste Monat des Jahres nach dem Juli, als das Interesse an der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer das Geschäft beflügelte. Die Restaurantgruppen legten um 2,6 Prozent zu, ihr bestes Ergebnis seit November 2024 nach einem schwierigen ersten Halbjahr. Die Bars blieben mit einem Minus von 1,7 Prozent zwar im negativen Bereich, doch nach Angaben von NIQ und RSM war es ihr bester Vergleichswert seit Anfang 2025.

Wo das Gastgewerbe in Großbritannien am stärksten wuchs

Der beste Monat 2026 liegt noch unter der Inflation; der Haushalt entscheidet, ob er trägt.

Das Wachstum verteilte sich ungleichmäßig über das Land. Gruppen, die außerhalb der M25 tätig sind, verzeichneten ein Plus von 2,8 Prozent, während die Betriebe innerhalb des Londoner Autobahnrings um 2,3 Prozent wuchsen. Der Gesamtumsatz, der auch die in den vergangenen zwölf Monaten eröffneten Standorte einschließt, lag um 6,2 Prozent über dem Wert von September 2025 – ein Hinweis darauf, dass Neueröffnungen die Schlagzeilenzahlen weiterhin schönen.

Der gute Monat für das Gastgewerbe in Großbritannien hat allerdings eine Obergrenze. Der flächenbereinigte Wert für September liegt knapp unter der britischen Inflationsrate, und laut NIQ hat die Branche seit dem Frühjahr 2025 kein reales Wachstum mehr erzielt. Mit anderen Worten: Die Umsätze steigen zwar, aber nicht ganz so schnell wie die Preise.

„Die Zahlen für September geben dem Gastgewerbe einen dringend benötigten Schub an Zuversicht“, sagte Karl Chessell, Director für Gastronomiebetreiber und Food in der Region EMEA bei NIQ. Chessell führt die zusätzlichen Ausgaben auf einen warmen Herbstbeginn zurück, von dem vor allem die Restaurants profitierten. Er warnt jedoch, dass der „enorme Druck auf zentrale Kosten wie Steuern, Zutaten, Personal und Energie“ die Rentabilität noch schwieriger mache.

Ein Haushalt, der über die Festtage entscheidet

Beide Organisationen knüpfen den Ausblick an das Herbstbudget vom 28. Oktober. Chessell sieht im September ein mögliches Sprungbrett für Weihnachten und Neujahr, „aber nur, wenn der Haushalt das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern stärkt“. Saxon Moseley, Leiter des Bereichs Freizeit und Gastgewerbe bei RSM UK, sagte, die „zarten Triebe“ der Branche seien „dem Haushalt dieses Monats ausgeliefert“.

Moseley fordert die Regierung auf, ihre Politik bei den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitgeber (National Insurance) und die geplante Lohnangleichung für unter 21-Jährige zu überdenken. Das Gastgewerbe könne nach seinen Worten einem Teil der knapp eine Million jungen Menschen helfen, die weder eine Schule besuchen noch arbeiten oder eine Ausbildung machen. Der Branchenverband UKHospitality hat seine eigenen Forderungen bereits vorgelegt, allen voran die Forderung nach einer Senkung der Mehrwertsteuer im Gastgewerbe von 20 auf 10 Prozent.

Für die Betreiber ist die Rechnung einfach: Ein starker Monat für das Gastgewerbe in Großbritannien bezahlt kein ganzes Jahr mit höheren Löhnen und Steuern. Der nächste Bericht, der die Oktoberzahlen enthält und erst nach dem Haushalt erscheint, wird zeigen, ob der September eine echte Wende war oder nur eine warme Phase.

Quellen

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