Montag, 5. Oktober 2026 · Amsterdam
Medienplattform für
Gastgewerbe & Kulinarik
AMUSE.
Guides & PreiseTurin

Gault&Millau Italien startet im Januar nach Dinner bei Udine

Der französische gelbe Guide bringt Anfang 2027 in Turin seine erste italienische Ausgabe heraus, mit fünf Regionen im Norden. Davor steht am 16. Oktober ein Dinner für 210 Euro mit Köchen aus Monaco und Slowenien.

Die barocken Zwillingskirchen an der Piazza San Carlo in Turin mit Passanten auf dem Platz
Foto · Photo: Zairon · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Gault&Millau Italien bringt im Januar 2027 seinen ersten Restaurantführer heraus, die Präsentation findet in Turin statt. Jetzt steht auch der erste öffentliche Auftritt fest: ein Dinner am Freitag, dem 16. Oktober, im Le Fucine Gourmet in Buttrio, wenige Kilometer vor Udine.

Der Abend trägt den Titel Principi e Regine: Benvenuta Gault&Millau und bringt Emmanuel Pilon vom Le Louis XV – Alain Ducasse à l'Hôtel de Paris in Monaco mit Ana Roš von der Hiša Franko im slowenischen Kobarid an einen Herd. Beide führen in den ausländischen Ausgaben des Guides fünf Hauben. Das Dinner gehört zur 27. Ausgabe des Festivals Ein Prosit, das vom 14. bis zum 18. Oktober mit mehr als 90 Köchinnen und Köchen läuft, wie das Fachblatt Italia a Tavola am 29. September berichtete. Auf der Website des Guides ist der Preis mit 210 Euro inklusive Weinbegleitung angegeben.

Keines der beiden Restaurants liegt in Italien, und genau das beschreibt den Stand der Dinge: Bisher ist keine einzige italienische Note, keine Liste und keine Auszeichnung veröffentlicht worden.

Ein Guide, der noch keine einzige Note vergeben hat, stellt sich mit zwei Köchen von außerhalb des Landes vor.

Was Gault&Millau Italien zuerst abdeckt

Die erste Ausgabe beschränkt sich auf fünf Regionen im Norden des Landes: Aostatal, Piemont, Ligurien, Lombardei und Trentino-Südtirol. Auf der Website des Unternehmens ist inzwischen von ganz Italien bis 2030 die Rede; als das Projekt im Januar angekündigt wurde, nannten italienische Medien noch das Jahr 2031. Rund 100 anonyme Inspektoren sind derzeit unterwegs. Eine Zahl der bewerteten Restaurants wurde bislang nicht genannt.

Geführt wird Gault&Millau Italien vom tschechischen Unternehmer Miroslav Lekeš als Geschäftsführer, Daniele Scaglia ist General Manager und Chefinspektor, wie der Gambero Rosso berichtet. Der Sitz liegt in Monforte d'Alba in den Langhe. Vorgestellt wurde das Projekt im Mai auf der Turiner Buchmesse Salone del Libro, am Stand der Region Piemont. Die Zeitung Il Giornale schrieb, der Guide erscheine zweisprachig auf Italienisch und Englisch, mit einer kleinen gedruckten Auflage und kostenlosem Zugang im Netz.

Zwanzig Punkte, fünf Hauben, ein volles Regal

Bewertet wird auf einer Skala bis 20 Punkte. Die erste Haube gibt es ab 11 Punkten, die zweite ab 13, die dritte ab 15, die vierte ab 17 und die fünfte ab 19. In die Note fließen neben dem Teller auch der Service im Saal, die Getränkekarte, die Atmosphäre und der Preis ein, ein breiterer Auftrag als bei Michelin. Eine eigene Kategorie namens POP führt unkomplizierte Lokale mit einer Kritik, aber ohne Note. Geplant sind sechs jährliche Preise: Chef of the Year, Chef of Tomorrow, Young Talent, Chef de Patisserie, Best Sommelier und Pop of the Year.

An Führern fehlt es Italien nicht. Michelin vergibt dort jeden Herbst seine Sterne, der Gambero Rosso seine Gabeln, und ausgerechnet der Gambero Rosso hat als eines der ersten Blätter erklärt, wie der Neuling bewerten wird. Der gelbe Guide, 1972 in Paris von Henri Gault und Christian Millau gegründet, hat auch zu Hause zu tun: Dort hat er gerade 28 Nominierte für seine Trophäen 2027 in Frankreich benannt.

Der erste italienische Chef of the Year wird im neuen Jahr in Turin gekürt. Bis dahin kommen die einzigen Hauben, die Gault&Millau Italien vorzeigen kann, aus Monaco und aus Slowenien.

Quellen

Amuse Monatlich

Das Beste des Monats,
einmal im Monat.

Die Eröffnungen des Monats, die Köche im Blick, die Rezepte und die Zahlen, die zählen. Einmal im Monat in Ihrem Postfach, fünf Minuten, sonst nichts.

Gesponserte Plätze sind immer gekennzeichnet. Redaktion ist nie käuflich.

Was in Ihrem Postfach landet

  • Die Adressen, die man diesen Monat buchen sollte
  • Die Eröffnung, über die alle reden
  • Die Rezepte des Monats aus den Küchen, über die wir berichten
  • Die Zahlen, die zählen, mit Quelle