Taco Bell eröffnet erstes öffentliches Restaurant in Deutschland
Nach neun Jahren allein auf US-Militärbasen eröffnet Taco Bell am 3. Oktober ein Franchise-Restaurant am Kölner Hohenzollernring, Berlin und Stuttgart sollen folgen.

Taco Bell eröffnet am 3. Oktober in Köln sein erstes für die deutsche Öffentlichkeit zugängliches Restaurant, nachdem die Kette neun Jahre lang Tacos nur auf US-Militärbasen verkauft hat.
Das Restaurant Taco Bell Köln liegt am Hohenzollernring 50, in Räumen, in denen bis dieses Jahr eine Sausalitos-Bar war, bevor der Franchisepartner sie übernahm. Die Eröffnung war eigentlich für den 24. September geplant, verschob sich aber um eine Woche; eine Begründung nannte das Unternehmen nicht.
Bislang standen die einzigen Taco-Bell-Theken in Deutschland auf US-Armee- und Luftwaffenstützpunkten, zugänglich nur mit Militärausweis. Der Standort Köln ist das erste öffentliche Restaurant der Kette in der größten Volkswirtschaft Kontinentaleuropas, einem Markt, den sich McDonald's und Burger King seit vier Jahrzehnten teilen, auch wenn die jüngsten Zahlen von McDonald's zeigen, wie empfindlich Fast Food auf den deutschen Geldbeutel reagiert.
Wir öffnen einfach dann, wenn die anderen zu haben.
Hinter dem Rollout stehen zwei Franchisegruppen: Feel Better Holding, das die Rechte für die Strecke von Bonn bis Kleve hält, und die Schaal Group, die einen Standort in Stuttgart vorbereitet. Auch Berlin steht auf der Liste. Feel Better betreibt das Kölner Restaurant selbst, über eine Tochtergesellschaft namens Feel Better 1 Betriebs GmbH.
Taco Bell Deutschland spielte in der eigenen Ankündigung mit dem gemächlichen Tempo des deutschen Sonntags: „Wir öffnen einfach dann, wenn die anderen zu haben", postete die Marke – ein Verweis auf das fast flächendeckende Sonntagsöffnungsverbot, das einen Großteil der Konkurrenz geschlossen hält.
Eine Franchise-Karte, die Stadt für Stadt wächst
Die Kette startet nicht mit einem bundesweiten Expansionsplan, sondern mit einem Flickenteppich regionaler Franchiseverträge, jeder auf eigene Städte zugeschnitten. Das entspricht dem Muster, nach dem Taco Bell in früheren Jahren in Großbritannien und Spanien expandierte, wo das Wachstum mehrere Saisons lang langsam blieb, bevor es sich beschleunigte, sobald ein oder zwei Standorte das Format bewiesen hatten.
Köln verschafft Feel Better ein Flaggschiff in einer Straße, in der die Mieten zu den höchsten im Rheinland zählen – eine Wette darauf, dass die Laufkundschaft von Bahnhof und Dom das wettmacht. Es ist dieselbe Rechnung, die Popeyes aufmachte, als die Kette in Großbritannien auf Umsatz vor Gewinn setzte.
Konkurrenz durch Currywurst und Döner
Deutschland hat bereits eine eigene schnelle, günstige Straßenküche rund um Currywurst und Döner Kebab, beide an Ständen verkauft, die preislich jede Franchise unterbieten. Taco Bells Angebot ist die Neuheit: eine US-Fast-Food-Marke, die viele Deutsche nur von Reisen oder aus dem Fernsehen kennen, nicht aus Gewohnheit.
Ob das reicht, zeigt sich in den nächsten zwölf Monaten, wenn Berlin und Stuttgart testen, ob aus dem Andrang der Kölner Eröffnungswoche regelmäßiges Geschäft an einem gewöhnlichen Dienstagabend wird.
Quellen
- Tageskarte ·
- Echo24 ·


