Olivenöl-Prognose für Andalusien steigt um 29 Prozent
Spaniens Landwirtschaftsministerium beziffert die neue Kampagne der Region auf 1,26 Millionen Tonnen und macht damit einen Großteil der Dürreverluste des Vorjahres wett.

Die Olivenöl-Prognose Andalusiens für die Kampagne 2026/27 liegt bei 1.261.200 Tonnen, ein Plus von 29,3 Prozent gegenüber dem Endwert der am 30. September beendeten Saison.
Landwirtschaftsminister Luis Planas stellte die erste Schätzung am 1. Oktober in Jaén vor. Die Zahl beruht auf einer erwarteten Ernte von 6.849.200 Tonnen Mahloliven, 44,1 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Kampagnen.
Planas relativierte das Gewicht der Zahl: „Diese erste Prognose spiegelt die Witterungsbedingungen der Kampagne wider“, sagte er – ein Hinweis darauf, dass sich die Schätzung noch verschieben kann, sobald die Ernte in den kommenden Wochen beginnt.
Diese erste Prognose spiegelt die Witterungsbedingungen der Kampagne wider, nicht das Öl, das schon in der Mühle liegt.
Jaén und Córdoba tragen die Region
Allein Jaén rechnet mit 575.000 Tonnen, ein Plus von 47,8 Prozent und gleichbedeutend mit 36 Prozent der gesamten spanischen Produktion. Córdoba folgt mit 339.700 Tonnen, plus 37,6 Prozent. Zusammen stehen beide Provinzen für 72,5 Prozent der erwarteten Ernte Andalusiens.
Andalusien liefert 78,7 Prozent des spanischen Olivenöls, seine Erholung zählt also über die Region hinaus. Die nationale Produktion für 2026/27 wird auf 1.602.596 Tonnen geschätzt, 23 Prozent über der vorigen Kampagne.
Erholung nach einer trockenen Kampagne
Der Anstieg folgt auf eine Saison 2025/26, die Andalusien unter seinem eigenen Fünfjahresdurchschnitt abschloss, nachdem die unbewässerten Olivenhaine im Herbst mit Wassermangel zu kämpfen hatten. Auch Italiens Ernte stieg dieses Jahr um 31 Prozent unter ähnlichen Bedingungen, ein Hinweis auf eine breitere Erholung im Olivengürtel Südeuropas nach zwei unbeständigen Kampagnen.
Die spanische Prognose trägt einen Vorbehalt, den das Ministerium jeden Oktober wiederholt: Es handelt sich um einen Aforo, eine erste Schätzung auf Basis des Baumzustands, keine Zählung bereits gepressten Öls. Die Mühlen kennen das tatsächliche Volumen erst, wenn die Kampagne im kommenden Sommer endet.
Die Preise, die 2022 und 2023 bei schwachen Ernten in die Höhe schossen, haben sich angesichts der Aussicht auf mehr Öl am Markt bereits entspannt. Ob sie weiter fallen, hängt davon ab, wie viel von dieser Prognose die nächsten zwei Monate Wetter übersteht. Erzeuger in Jaén berichten, die Oliven setzten bislang gut an Größe zu, doch letztlich entscheidet der Oktoberregen über die endgültige Zahl, nicht die Tabelle des Ministeriums.


