Estiatorio Milos sucht Partner für die nächste Wachstumsphase
Die griechische Fischgruppe, seit 1979 in Familienhand, hat Moelis & Company engagiert, um Kapital für ihre 12 Restaurants in sieben Ländern zu finden.

Estiatorio Milos, die griechische Fischmarke, die Costas Spiliadis 1979 in Montreal gründete und die bis heute seiner Familie gehört, sucht einen strategischen Partner für die nächste Wachstumsphase. Die Gruppe hat die Investmentbank Moelis & Company mit der Suche beauftragt, berichtet Nation's Restaurant News.
Milos betreibt heute 12 Restaurants in sieben Ländern, verteilt auf Nordamerika, Europa, Asien und den Nahen Osten. Bestätigte Standorte sind New York, Las Vegas und Miami. Die Marke machte sich einen Namen mit ganzem Fisch, der nach Gewicht verkauft wird, Tomaten von Santorini, die kistenweise eingeflogen werden, und einem Produkttisch, der den Mittelpunkt des Raums bildet.
Das Unternehmen nennt weder die Größe des angebotenen Anteils noch einen konkreten Zielinvestor. Was es skizziert, ist ein Wachstumsmodell: eine Mischung aus eigenen Restaurants, Lizenzverträgen und Managementverträgen, aufgebaut gemeinsam mit Immobilien- und Hotelpartnern statt über eine reine Franchise-Expansion.
Ein strategischer Partner, kein Verkauf: Die Familie Spiliadis sucht Kapital, keinen Ausstieg.
Von Hudson Yards nach Los Cabos
Jüngste und geplante Eröffnungen folgen diesem Modell. Milos betreibt Restaurants an Hudson Yards in New York, im Venetian Resort in Las Vegas und im Atlantis The Royal in Dubai. Ein weiterer Vorstoß in den USA ist zusammen mit dem Einkaufszentrenbetreiber Simon Property Group geplant.
Das erste eigenständige Milos außerhalb eines Hotels oder Einkaufszentrums eröffnet im kommenden Frühjahr in Los Cabos, Mexiko. Das markiert einen Wandel für eine Marke, die bislang vor allem innerhalb großer Hotelentwicklungen gewachsen ist statt als eigenständiges Ziel.
Neben den Restaurants betreibt die Familie Spiliadis zudem Xenodocheio Milos, ein Hotel in Athen, und Milos at Sea, einen Yachtcharter auf den griechischen Inseln. Beide erweitern die Marke über den Speisesaal hinaus in Richtung jener erlebnisorientierten Hotellerie, die Investoren derzeit suchen.
Eine Suche, kein Verkauf
Einen Berater mit der Suche nach einem strategischen Partner zu beauftragen, ist ein engerer Schritt als der komplette Verkauf des Unternehmens. Üblicherweise signalisiert das die Suche nach Wachstumskapital oder operativem Know-how, wobei die Gründerfamilie die Kontrolle behält, statt auszusteigen.
Für Milos, eine fast fünfzig Jahre alte Marke, die seit Montreal in Familienhand geblieben ist, wird sich zeigen, ob ein neuer Partner eine schnellere internationale Expansion finanzieren kann, ohne das Modell zu verwässern, das die Marke aufgebaut hat: ein Produkttisch, ein ganzer Fisch und eine Rechnung, die Erstbesucher noch immer überrascht. Ein weiterer Klassiker mit ganzem Fisch, der auf Technik statt auf Trend setzt, steckt in unserem Bouillabaisse-Rezept aus Marseille.


