Was essen in Rom: 10 Gerichte und wo man sie findet
Vier Pastagerichte, ein Ochsenschwanz, eine frittierte Artischocke und ein Sahnebrötchen: Der römische Kanon ist kurz und fest, und die besten Adressen dafür haben sich seit Jahrzehnten kaum bewegt.

Was essen in Rom, lässt sich auf vier Pastagerichte (Carbonara, Cacio e Pepe, Gricia und Amatriciana), die Innereien- und Ochsenschwanzküche von Testaccio und eine Streetfood-Linie aus Supplì, Pizza vom Blech und Trapizzino herunterbrechen. Die zehn Adressen in diesem Führer servieren jedes dieser Gerichte gut, vom Supplì für 2,50 € bis zum Teller Tonnarelli für 19 €.
Die römische Küche ist eine Küche weniger Zutaten, die mit großer Disziplin wiederholt werden: Guanciale, Pecorino Romano, schwarzer Pfeffer, Eier, Tomaten, Artischocken und die billigen Stücke, mit denen früher die Arbeiter des Schlachthofs bezahlt wurden. Wegen dieser schmalen Palette hat die Frage, was essen in Rom, eine kurze Antwort und einen langen Streit darüber, wo. Wir haben geprüft, dass jede Adresse in diesem Führer 2025 oder 2026 geöffnet war; die Preise stammen aus Speisekarten und aktuellen Kritiken.
Wer unsere Führer zu was essen in Neapel und was essen in Bologna schon durchgearbeitet hat, findet in Rom die dritte Ecke des italienischen Dreiecks: weniger Teig als Neapel, weniger Butter als Bologna und mehr Pecorino als beide zusammen.
In Rom stehen die Rezepte fest; die einzige echte Wahl ist die Adresse.
Was essen in Rom zuerst: Carbonara bei Roscioli, Regola
Carbonara besteht aus Eigelb, Guanciale, Pecorino Romano und schwarzem Pfeffer, die abseits der Hitze mit der Pasta vermengt werden, bis die Sauce glänzt, statt zu stocken. In die römische Version gehört keine Sahne, und wer danach fragt, erntet in dieser Stadt höchstens ein Kopfschütteln.
Die Salumeria Roscioli in der Via dei Giubbonari 21, wenige Schritte vom Campo de' Fiori entfernt, ist ein Feinkostgeschäft mit Tischen und einem Keller mit mehr als 2.800 Etiketten. Für ihre Carbonara verwendet sie Guanciale vom Produzenten Verrigni, tief orangefarbene Eigelbe und eine Mischung aus drei Pecorino-Sorten. Der Teller kostet rund 17–18 €; ein komplettes Essen mit Wein kommt auf 60–85 € pro Person. Das Restaurant ist täglich von 12.30 bis 15.30 Uhr und von 19.00 bis 23.30 Uhr geöffnet; reservieren Sie online und frühzeitig.
Cacio e Pepe bei Felice a Testaccio
Cacio e Pepe ist der einfachste Test für einen römischen Koch: Pecorino, schwarzer Pfeffer und stärkehaltiges Nudelwasser werden zu einer Creme aufgeschlagen, ohne dass sich dahinter irgendetwas verstecken könnte.
Felice a Testaccio in der Via Mastro Giorgio 29 ist seit 1936 geöffnet und als historisches Geschäft anerkannt. Die Tonnarelli Cacio e Pepe werden am Tisch fertig gemischt und kosten etwa 19 €; drei Gänge kommen auf rund 40 € pro Person. Das Lokal öffnet jeden Tag mittags und abends und nimmt Reservierungen ausschließlich über die eigene Website an.
Gricia und Amatriciana bei Armando al Pantheon, Altstadt
Gricia ist Carbonara ohne Ei: Guanciale, Pecorino und Pfeffer. Kommt Tomate dazu, entsteht die Amatriciana, benannt nach dem Städtchen Amatrice, von Rom aber seit mehr als einem Jahrhundert als eigenes Gericht beansprucht.
Armando al Pantheon in der Salita de' Crescenzi 31 wird seit 1961 von der Familie Gargioli geführt und steht im Guide Michelin. Die Karte wechselt häufig, doch Spaghetti alla Gricia, Rigatoni all'Amatriciana, Kutteln und Pasta e Ceci bleiben. Rechnen Sie mit etwa 50 € pro Person ohne Wein und reservieren Sie für das Abendessen mehrere Wochen im Voraus.
Coda alla Vaccinara bei Checchino dal 1887, Testaccio
Coda alla Vaccinara ist Ochsenschwanz, der stundenlang mit Tomate, Staudensellerie, Pinienkernen und Rosinen geschmort wird. Das Gericht gehört zum Quinto Quarto, den Innereien und Nebenstücken, die die Arbeiter des Schlachthofs von Testaccio als Teil ihres Lohns mit nach Hause nahmen.
Checchino dal 1887 in der Via di Monte Testaccio 30 liegt gegenüber dem ehemaligen Schlachthof und wird seit mehr als einem Jahrhundert von der Familie Mariani geführt; das Haus gibt an, dass das Gericht hier seine heutige Form erhielt. Gambero Rosso zeichnete es 2024 als Champion der Tradition für diesen Ochsenschwanz aus. Die Rechnung liegt im Schnitt bei rund 60 €; sonntagabends und montags ist geschlossen.
Carciofo alla Giudia bei Nonna Betta, jüdisches Ghetto
Der Carciofo alla Giudia ist eine ganze Artischocke, die aufgedrückt und zweimal in Olivenöl frittiert wird, bis die äußeren Blätter wie Chips zerbrechen und das Herz weich bleibt. Er stammt aus der jüdischen Gemeinde Roms, die seit der Antike am Tiber kocht.
Nonna Betta in der Via del Portico d'Ottavia 16 kocht jüdisch-römische Gerichte und setzt die Artischocke auf der ganzen Karte ein, von der frittierten Vorspeise bis zu Gricia und Amatriciana, die damit belegt werden. Das Restaurant hat samstags geöffnet, im Schnitt zahlt man rund 30 € pro Person ohne Wein. Die Romanesco-Artischocke ist vom Spätwinter bis zum Frühling am besten.
Supplì bei Supplì Roma, Trastevere
Ein Supplì ist ein Oval aus Reis, der in Tomatensauce gegart wurde, gefüllt mit Mozzarella, paniert und frittiert. Bricht man ihn auseinander, zieht sich der Käse wie ein Telefonkabel, weshalb die Römer die klassische Version Supplì al Telefono nennen.
Supplì Roma in der Via di San Francesco a Ripa 137 frittiert seit 1979 in Trastevere und verkauft auch Pizza vom Blech. Ein Supplì kostet 2–3 €. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 10.00 bis 22.00 Uhr, sonntags bleibt der Laden geschlossen.
Pizza al Taglio bei Pizzarium, Trionfale
Pizza al Taglio wird in rechteckigen Blechen gebacken, mit der Schere geschnitten und nach Gewicht verkauft. Die besten Versionen arbeiten mit sehr wasserreichem Teig und langer Gare, was einen luftigen, knusprigen Boden ergibt, der auch schwere Beläge trägt.
Gabriele Boncis Pizzarium in der Via della Meloria 43, nahe der U-Bahn-Station Cipro, hat am 13. September 2025 nach Umbauarbeiten wieder eröffnet, die die Theke verdoppelt und Sitzplätze geschaffen haben. Aktuell kostet die Pizza mit Schinken und Provola rund 36 € pro Kilo, der klassische Supplì 2,50 €; ein sättigendes Mittagessen kommt auf 12–20 €.
Pizza Romana bei Da Remo, Testaccio
Die runde römische Pizza ist das Gegenteil der neapolitanischen: dünn, mit dem Nudelholz ausgerollt und so lange gebacken, bis der Rand brüchig ist. Die Römer nennen sie Scrocchiarella, nach dem Geräusch, das sie beim Hineinbeißen macht.
Die Pizzeria Da Remo an der Piazza di Santa Maria Liberatrice 44 backt seit 1976 und serviert vor der Pizza Frittiertes wie Stockfischfilets und Zucchiniblüten. Sie hat von Montag bis Samstag von 19.00 Uhr bis Mitternacht geöffnet, nimmt keine Reservierungen an und kostet 15–20 € pro Person. Wer ankommt, nennt seinen Namen an der Tür und wartet; die Schlange bewegt sich schnell.
Trapizzino bei Trapizzino, Testaccio
Der Trapizzino ist ein Dreieck aus Pizzabrot, das aufgeschnitten und mit einem römischen Schmorgericht gefüllt wird: Huhn Cacciatora, Zunge in grüner Sauce, Fleischbällchen, Ochsenschwanz. So lässt sich ein Schmorgericht mit einer Hand essen.
Der erste Laden von Stefano Callegari in der Via Giovanni Branca 88 ist der Ort, an dem das Format begann, bevor es sich in ganz Italien verbreitete und bis nach New York kam. Ein Trapizzino kostet 5 €, ein Supplì 2 €. Der Laden öffnet mittags um 12 Uhr und bleibt freitags und samstags bis 1.00 Uhr geöffnet.
Maritozzo bei der Pasticceria Regoli, Esquilino
Der Maritozzo ist ein weiches, leicht süßes Brioche-Brötchen, das aufgeschnitten und mit Schlagsahne gefüllt wird. Die Römer essen ihn zum Frühstück mit einem Cappuccino.
Die Pasticceria Regoli in der Via dello Statuto 60 backt seit 1916. Ein Maritozzo kostet etwa 3 €, und die Tagesproduktion ist am frühen Nachmittag ausverkauft. Die Konditorei öffnet von 7.00 bis 19.00 Uhr und ist mittwochs geschlossen.
Märkte, Viertel und die richtige Zeit
Zu wissen, was essen in Rom heißt, ist die halbe Arbeit; die andere Hälfte ist das Timing.
- Mercato di Testaccio, Via Beniamino Franklin: Montag bis Samstag, 7.00–15.30 Uhr. Bei Mordi e Vai an Stand 15 gibt es ein Panino mit gekochtem Rindfleisch für etwa 5–6 €.
- Testaccio: die dichteste Ansammlung römischer Küche, mit Felice, Checchino, Da Remo, Trapizzino und dem Markt in weniger als zehn Gehminuten.
- Trastevere und das Ghetto: Supplì, Artischocken und jüdisch-römische Küche; am vollsten nach 20.00 Uhr.
- Mittagessen gibt es von 12.30 bis 15.00 Uhr, das Abendessen beginnt selten vor 19.30 Uhr; viele Trattorien schließen einen Tag pro Woche, oft Sonntagabend oder Montag.
- Saison: Romanesco-Artischocken vom Spätwinter bis zum Frühling; Carbonara und Supplì das ganze Jahr.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das bekannteste Essen in Rom? Die vier römischen Pastagerichte: Carbonara, Cacio e Pepe, Gricia und Amatriciana. Wer nur eine Mahlzeit hat, bestellt zwei davon zum Teilen und Vergleichen.
Mit welchem Budget pro Tag sollte man rechnen? Streetfood wie Supplì, Pizza al Taglio und Trapizzino hält das Mittagessen bei 5–20 €. Ein Abendessen in der Trattoria kostet 30–60 € pro Person, an den gefragtesten Adressen mit Wein 60–85 €.
Muss man in Rom reservieren? Bei Roscioli, Armando al Pantheon und Felice ja, oft Wochen im Voraus. Pizzerien wie Da Remo und Streetfood-Theken nehmen keine Reservierungen an.
Wo passen neue Eröffnungen hinein? Die Klassiker oben sind die Basis, doch die Stadt bekommt ständig neue Tische, etwa Locanda Bucarelli, und hat eine lebendige Barszene, die sich zuletzt bei der Roma Bar Show zeigte.
Wo man zuerst reservieren sollte
Wer vor der Landung nur drei Tische reservieren kann, beginnt mit der Salumeria Roscioli (Via dei Giubbonari 21) für Carbonara, mit Armando al Pantheon (Salita de' Crescenzi 31) für Gricia und Amatriciana und mit Felice a Testaccio (Via Mastro Giorgio 29) für Cacio e Pepe. Alles andere auf dieser Liste zu was essen in Rom erledigt man, indem man einfach vorbeigeht und wartet, bis man an der Reihe ist.


